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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
Entstehung
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den Resultaten der, leider in dieser Beziehung nicht hinlänglich befriedigenden, Analysen geschlossen werden kannzwischen dem Gehalte der verschiedenen Meteor-Steine an Eisen in diesem mehr oder weniger oxydirten Zustande (alsOxyd oder Oxydul wenn es ja bey diesen rathselhaften Fossilien keine anderen Mischungsverhältnisse zwischen Eisenund Oxygen so wie zwischen Eisen »nd Schwefel geben sollte - als man bey den ähnlichen Verbindungen interrestrischen Fossilien als Norm annehmen zu dürfen sich berechtigt glaubt), und jenem in ausgesprochen regulinischem zubestehen scheint, indem ersterer -- offenbar oder verlarvt in dem Maße vorwaltet, als letzterer wenigstens of-fenbar in einem geringern oorhanden ist (l).

Noch kommen bey Betrachtung der Steinmasse der Meteor - Steine im Allgemeinen zwey eben so auffallende alsmerkwürdige Beschaffmheiten zu erwähnen, die, wenn sie gleich nicht zu ihrer Wesenheit gehören, und sich geradenicht bey allen Stellen finden, doch sehr häufig erscheinen, und als bedeutende ZustandSverändcrungen der Steinmasse,wo nicht als heterogene Gemengtheile, anzusehen kommen, und deren höchst räthselhafte Entstehung und Bildung ei-nerseits mix mancher der gangbaren Theorien über die Herkunft und die ursprüngliche Entstehung und Bildung der Mas-sen selbst, sehr im Widersprüche stehen, andererseits in der Folgezeit, wenn sie bey vervielfältigten Beobachtungen undweitem Untersuchungen einst befriedigend sollten erklärt werden können, manche Aufklärung in letzterer Beziehung erwar-ten lassen dürften.

-Die eine dieser Zustandöveranderungen der Steinmasse ist das Vorkommen derselben als scharf begränzte Adernoder Gänge von verschiedener Mächtigkeit und Dicke; die andere bezeichnet das verschiedene Aussehen derselben auf schein-baren, zum Theil wirklichen Absonderungöflachen von verschiedener Ausdehnung, mitten im Innern der Steine.

Das erstere Vorkommen findet sich> wie ich mich nun überzeugt habe bey sehr vielen, und höchst wahr-

(i) Der Total-Gehalt an Eisen in allen Zuständen und Verbindungen, in welchen dasselbe vorzukommen pflegt (rein metallisch,und zwar frey, oryktognostisch ausgesprochen, oder als solches vielleicht auch verlarvt; mehr oder weniger mit Schwefel ver-eint als Eisen- oder Magnetkies, und mehr oder weniger mit Oxygen verbunden, als Oxyd oder Oxydul, und als solcheswieder mechanisch eingemengt oder chemisch gebunden), zusammen genommen, und alles auf Oxyd reducirt, wie es durch dieAnalyse der Steinmasse ohne mechanische Absonderung gewonnen wird, weicht bey allen bisher bekannten, dem Ansehen nachauch noch so verschiedenartigen Meteor-Steinen nicht sehr ab, schwankt gewöhnlich nur zwischen 3 o und 4o, und steigt nurin höchst seltenen Fallen bis gegen 5 » Percent von der gesammten Steinmasse. Davon betragt das regulinische, sinnlich wahr-nehmbare, wenn es nicht, was jedoch sehr selten der Fall ist (wie bey den Steinen von Chassigny, Stannern, Alais?), ganzfehlt: von » bis »g Percent wahrscheinlich wohl noch etwas mehr; das geschwefelte, wenn es nicht, was jedoch nochseltener der Fall ist (wie bey jenen von Chassigny, Alais??), ganz fehlt: von » bis etwa 12 oder i 5 ; und das oxydirteendlich wovon jedoch in keinem Falle mehr als einige wenige Percente mechanisch eingemengt seyn dürften das Ganzeoder den Rest jenes Total - Gehaltes. Jene Steine, welche dem Ansehen und dem specifischen Gewichte nach am reichhaltig-sten an mechanisch eingemengtcm, zumahl gediegenem Eisen sind, enthalten im Ganzen eben nicht bedeutend mehr als jene,wo sich wenig oder selbst gar nichts oryktognostisch und physisch nachweisen läßt. So steht von ersteren, deren specifisches Ge-wicht ^6,7 ist (den Steinen von Eichstädt, Timochin, Charsonville), der Total-Gehalt an erhaltenem Oxyd beyläufigzwischen 36 und 43 , bey letzteren, deren specifisches Gewicht zwischen », y und 3,3 ist (den Steinen von Alais, Stannern,Benares , Eggenfeld , Parma rc.), zwischen 3 o und 40 Percent. (Merkwürdig ist, daß daS specifische Gewicht der Steinevon Chassigny, bey welchen sich doch keine Spur von mechanisch eingemengtcm Eisen oder außer jenen sparsamen, schwar-zen Atomen von einem andern Metalle findet, und deren Eisengehalt, nach Vauguelin's Ausweis, selbst nur 3 a Per-cent an Oxyd betragt, beynahe das Mittelgewicht der Meteor-Steine überhaupt übersteigt, indem dasselbe nach eigener Wie-gung 3,55 beträgt.) Bey jenen an Gediegsneisen besonders reichen Steinen endlich, und nahmentlich bey jenen von Eich-städt, verhält sich der Gehalt an Eisenoxyd zu dem an Gediegeneisen, nach Klaproth's Angabe (die aber nicht befriedigendist, indem er das gediegene Metall mit dem Magnete auszog, daher vieles, was in den erdigen Theilchen verhüllt war, mitin die Auflösung von diesen brachte, und durch die Operation als Oxyd erhielt), wie 16, 5 c» : »g, und bey jenen von Timo-chin (bey gleichem Verfahren) wie 25 : 17,60, oder nach N. A. Scherer, wie »7,5c» : >7,72. (Von den Steinen vonCharsonville gibt Vauquelin den Tgtal-Gehalt an Eisen mit 26,8 regulinisch an, wie er ihn nach Calcül des durch dieOperation im Ganzen erhaltenen Oxydes herausbrachte). Bey den an Gediegeneisen besonders armen Steinen dagegen, undnahmentlich bey jenen von Benares , nach Howard, verhält sich der Gehalt an Eisenoxyd zu dein an ersterem, wie 34 : 2;bey jenen von Siena , nach K lap r 0 th, wie 25 : 2,26; bey jenen von Maurkirchen, nach Imh 0 f, wie 40,24 2, 33 ;

und bey jenen von Eggenfeld, nach demselben, wie 82,54 : ,,8 (wobey freylich auch nach Klaproth's Methode verfahrenworden seyn mochte). Nach Slromeyer's ungleich genauern und umsichtigern Analysen ergab sich für die Steine von Erx-leben und Köstritz , die dem Ansehen nach (erstere mehr) zu den Mittel reichhaltigen anGediegeneiscn gehören, und deren spe-cifisches Gewicht zwischen 3,6 und 3,5 steht, ein Verhältniß von 6,67 und 4 , 3 y an Oxydul zu 24, 4 i und 17,48 an me-tallischem Eisen, mit Inbegriff des Schwefeleisens.