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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
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Bey weiterer Betrachtung des Abdruckes bemerkt man ferner häufige, größere und kleinere, sehr ungleichförmigvertheilte und unregelmäßig zerstreute, meistens dreyeckige, bisweilen aber auch rhomboidale oder trapezoidale (keines"Wegs aber vollkommen viereckige wie zum Theil behauptet wurde als welche bey dieser Struetur nicht wohl vor-kommen können) Figuren, Felder oder Zwischenräume, welche durch die Durchkreuzung von 3 oder 4 jener Streifenverschiedener Richtungen, oder durch das Zusammenstoßen zweyer Dreyecke, gebildet werden, und nothwendig gebildetwerden müssen, in so ferne nicht jene Streifen was bisweilen der Fall ist dicht an einander stoßen, und solcherGestalt gar keinen, wenigstens keinen dem freyen Auge auffallenden, Zwischenraum lassen.

Die Form der Dreyecke und die Beschaffenheit ihrer Winkel entspricht jenen regelmäßigen Richtungen und den obenangegebenen Duxchkreuznngöpuncten der Streifen, und die der Rhomben und Trapezen jenen Dreyecken, in so fernediese durch einzelne, irgend einer jener Richtungen parallel laufende Streifen wieder durchschnitten, oder in Abschnitte ge-theilt worden sind. Es erscheinen diese Figuren oder Felder hier nicht nur im Umrisse, indem sie von jenen, ihnen so-wohl als den Streifen als gemeinschaftliche Scheidewand dienenden, erhabenen, und folglich im Abdruck erscheinendenLinien begränzt werden, sondern selbst ihrer Oberfläche nach, obgleich etwas schwächer ausgedruckt, und zwar glattund gleichförmig, oder mehr oder wenig und in diesem Falle etwas stärker ausgedruckt mikroskopisch zart punc-tirt, gestrichelt oder gestreift, und dieß zwar in verschiedenen, oft sich durchkreuzenden, aber stets ihren Rändern oderden Einfassungölinien und den angränzenden Streifen parallel laufenden Richtungen.

Ferner bemerkt man, hie und da zerstreut, zwischen und auch oft mitten in den Streifen, mehr oder minder starkabgedruckte, größere oder kleinere, ganz unregelmäßig und verschieden gestaltete Flecke und Puncte, welche ähnlichenErhabenheiten der Metall-Masse auf der geätzten Fläche, und jenen bereits erwähnten, inechanisch eingemengten Massender heterogenen bröcklig-körnigen Substanz entsprechen.

Endlich zeigen sich in diesem Abdrucke ziemlich häufige (wohl zwischen 50 und 60) und dem Anscheine nach ganzunregelmäßig zerstreute, mehr oder weniger fleckartige, oft ziemlich große, 2 , 4 , 6 , 8 bis 12 und 16 Linien lauge,und ^ und ^ bis 2 Linien breite, meistens gegen beyde Enden spitz zulaufende Striche, welche die Oberfläche in sehrverschiedenen Richtungen, doch, wie es scheint, nicht ganz und gar unabhängig von jenem regelmäßigen Gefüge (indemdoch wenigstens drey Richtungen vorherrschen, nach welchen auch diese Striche einen Parallelismuö zeigen, obgleichkaum eine davon mit einer der Streifen comewirr), ocn^,e^., (§§ erscheinen diese Striche hier größten Theils oder

ganz unabgedruckt, und mir im Umrisse durch die begranzeude, abgedruckt angedeutet indem sie be-

trächtlich tiefen, leeren Nissen entsprechen, die sich, wie bereits oben erwähnt wurde, in 0.. Metall-Masse selbst, schonvor der Aetzung der Fläche vorfanden und nur zum ?heil fleckig oder punctirl, in so ferne diese noch mit Bröckelnund Körnern obiger heterogener Substanz, die durch den Schnitt und Schliff nicht vollends ausgesprengt wurden, stel-lenweise ausgefüllt sind (1).

Richtung, ihrem ganzen Verlaufe nach, mittelst eines Lineals mit verschieben gefärbten Zeichenstiften (Pastel- oder Wachs-CrayonS) überfährt; so wie, nm sich eine möglichst genaue Vorstellung von der Form der Dreyecke und der Beschaffenheit derWinkel zu verschaffen, wenn man einige dieser solcher Gestalt gefärbten Streifen über den Abdruck hinauszieht, und so weitverlängert, bis sich alle, ihrer Richtung nach entgegen gesetzten, außerhalb des Abdruckes wechselseitig durchkreuzen. Man er-hält solcher Gestalt, und zwar nach einem beliebig großen Maßstabe, viererley Dreyecke; mähmlich: auS der Durchkreuzungder drey erster», regelmäßigen und fast ganz beständigen Richtungen, ein meistens mehr oder weniger vollkommen gleichseiti-ges Dreyeck mit Winkeln von 60O (und wenn man will und mit Präcision verfährt, auch alle kleinen Abweichungen davon,die sich jedoch ziemlich auf Dreyecke mit Winkeln von 62, 62 und 56 °, oder 6», (,4 und 56 ° beschränken), und dann aus derDurchkreuzung der Streifen der vierten ullregelniäßigenl Richtung mit je zwey und zwey der vorher gehenden, dreyerlcy mehroder weniger ungleichseitige und ungleichschenkliche Dreyecke (meistens mit Winkeln^ g 5 , 60, s 5 oder 98, 55 , 27; ferner^ 25 , 120, 35 oder 3 o, i, 5 , 35 ; endlich 0^: bo, 85 , 35 oder 65 , 76, 3 g°. Abweichungen, die übrigens bey oft man-gelhafter Schärfe der Streifen und unmöglich zu erreichender Präcision in der Darstellung und Messung, wohl wehr von derUnvollkommenheit der Bestimmung, als von der Unregelmäßigkeit des Gefüges herrühren möchten). Die Rhomben und Tra-pezen, die durch einzelne Streifen entstehen, welche, einem der Schenkel jener Dreyecke parallel, diese durchschneiden und Seg-mente derselben bilden, zeigen dem ursprünglichen Dreyecke entsprechende Winkel und Winkel-Supplemente; demnach bey sol-cher Durchschneidung vollkommen gleichseitiger Dreyecke> die hier am häufigsten vorkommen ein Winkel-Supplement von60, folglich Winkeln von 120°, wie sie Gillet de Laumont, Leonhard, Schweigger u. a. bemerkt haben.

(1) Ein besonderer 'Abdruck von der geschnittenen und polierten Fläche vor der Aetzung, gab ein reines und deutliches Bild dieser,die Gleichförmigkeit und Homogeneität der Metall - Masse unterbrechenden Striche, und von deren Beschaffenheit, Nertheilungund Richtung.