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Der Name Philippus findet sich bloss in einer wahrscheinlich unechtenSchrift l5 ) und auf dem Leichensteine des Theophrast’s in Salzburg . Wieer dazu gekommen, ist nicht wohl zu ermitteln.
Der Beiname Aureolus scheint auf einer scherzhaften Anspielung zu be-ruhen, da einer Schrift des alten Theophrastos erwähnt wird mit einemsolchen Zusatze 16 ). Auch nennt er sich nur selten so und dann abgekürzt,nämlich A. oder Aur. 17 ). Ausgeschrieben findet sich dieser Name nur zweiMal 18 ).
Uebrigens ist bekannt, dass in jener Zeit die Sitte, wohlklingende oderbedeutsame Namen aufzufinden und anzunehmen allgemein gäng und gebewar; davon zeugen die vielen wundersam gebildeten Griechischen und La teinischen , in welche fast jeder Gelehrte seinen schlichten Geschlechtsnamenumwandelte. Auch war es nicht auffallend, um gewisse Zwecke zu erreichen,unter den verschiedenartigsten Pseudonymen aufzutreten. Calvin hatte derennicht weniger als sieben 19 ).
Der eigene Name Th’s gab nicht allein zu falschen Beurtheilungen Ver-anlassung, sondern noch mehr die von Verehrern oder Gegnern ihm ertheil-ten Beinamen, indem dadurch gleich vorn herein eine Parteiansicht ausge-sprochen wurde. Wie man in unseren Tagen mit der Abschätzung des Cha-rakters wie des Wissens eines Mannes gleich fertig ist, wenn man zu wissenglaubt, zu welcher politischen Fahne er sich bekennt, so war es damals mitder religiösen und scientifischen. Die alte und neue Kirchenlehre, die alten
15) Th. VI. 255. — Suavius (p. 16.) bemerkt: Petrus Hassardus in praefatione li-bri Chirurgiae majoris Philippi nomen illi addit.
16) Paragrani Erster Tr. Tb. II. 25.— M. s.: Heumann Act. philös. I. p. 7. Auchvergl. man Borrichius, Hermetis sapientia vindicata. p. 439.
17) In der Dedication des dritten B. der gross. Wundarzney an Ferdinand S. 126.;dann im Consil. med., welches er Leipnick ausgestellt: Th. V. 116.
18) In Paragrani Erstem Tr. Th. II. 25. Dann in der Zuschrift an die Stände vonKärnthen Th. II. 149. Natürlich antworteten diese unter der gleichen Addresse:Th. II. 341.
19) Ueber die Pseudonymie Calvin’s, dessen Leben von Paul Henry. B. I. Ham burg . 1835. Anhang. S. 29.