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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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und neuen Lebrgrundsätze lieferten den fertigen Maassstab zur Bezeichnungdes moralischen und wissenschaftlichen Werthes, sowohl des Einzelnen wieeiner Gesammtheit. Es stellt sich jedoch auch hier die Richtigkeit des Sprich-wortes heraus, dass der Herr einen am Ehesten vor den Freunden bewahrensolle, denn das unmässige Loben, zumal von unberufenen und urtheilslosenSchriftstellern 20 ) schadete Th. mehr, als die leidenschaftlichsten Angriffe sei-ner Feinde. Der Eifer seiner Anhänger, welche ihm Dinge beilegten, an dieer selbst gewiss nie gedacht, trug am Meisten dazu bei, ihn in der Meinungder Besseren herabzusetzen.

Er selbst erfuhr es während seines Lebens, und noch mehr begab essich nach seinem Tode, dass er bald für den ersten Arzt und Philosophen,für den Gründer und Anführer der neueren Medicin ausposaunt, bald alsErz - Charlatan, Pietist, Schwachkopf und medicinischer Ketzer hingestellt

20) Wie von Henningius Scheunemannus (Paracelsia. Francof. 1610. 8.), vonOswald Crollius , Georg Anwald u. s. w. Die schimpfenden Gegner scha-deten viel weniger. Gerade das Uebermaass ihrer Entrüstung verrieth bald, auswelcher unreinen. Quelle sie floss. So ergiesst sich z. B. B. Dessenius (Medi-cinae veteris et ralionalis defensio. Colon. Agr. 1573. 4. p. 202.) folgendermas-sen: Magus monstrosus, superstitiosus, impius et in Deum blasphemus, menda-cissimus, nefandus impostor, ebriosus erro, monstrum horrendum. Eine Entgeg-nung der maasslosen Angriffe des Thomas Erastus hatte schon Georg Dornaeusunternommen (Admonitio ad Erastum de revocandis Calumniis in Paracelsumiminerito dictis. Frcfti. 1583. 8.). Conr. Gesner hielt wenigstens den Mannfür wichtig genug, um gegen dessen von ihm nicht gebilligte Lehrsätze sich ver-'nehmen zu lassen. So schreibt er 1562 an Crato a Cralftheim (Epistol. medi-cinal. Libri tres. Tiguri 1577. 8. p. 11.): De Paracelso , et contra ejus impostu-ras scribendi locus tibi dabitur alias prolixius forte: et libello vel epistola ea dere ex professo tractante: quortiam res tauti est. Soner (in seiner orat. deTheophrasto P. Altdorfii 1610. 4. und Plnlosophia Altdorfiana. Norimb. 1644.)wiederholte blos das Nachtheilige, welches Oporin (Oratio de ortu, vita et obituJoannis Oporini, recitata ab Hainzelio, authore A. J. Silesio. Argentor. 1569.8. ohne Seitenzahl. Dann ein Brief an Solenander und Wierus in SennertiOpera ed. Lugduni. 1676. fol. Vol. I. p. 188.) bekannt gemacht hatte. Guy Patin eiferte gegen Th., weil er in ihm den Anstifter der chemischen Secte er-blickte (Lettres. T. I. Paris 1692. 8. L. 97. p. 226.).