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leicht immer Wieder mit dem vertauscht, wo für eine herrschende Lieblings-ansicht irgend eine Stütze aus Theophrast’s Schriften genommen werden konnte.
Wir beurtheilen den Menschen nach seinen Handlungen, den Schrift-steller nach seinen Werken; um aber dieses mit Sicherheit thun zu können,müssen wir erst die Ueberzeugung haben, dass jene uns wahrhaft berichtet,diese acht überliefert seyen. 'Thut also eine vorsichtige Prüfung stets Noth,wie viel mehr, wenn von demselben Individuum die verschiedenartigsten, vondemselben Autor die widersprechendsten Dinge ausgesagt werden. Beidesfindet bei unserm Th. statt. Um die Reichhaltigkeit und Seltsamkeit seinerProductionskraft, das Ungeregelte seines Denkens und Arbeitens, die Verwir-rung seiner Begriffe zu erhärten, glaubte man nur nöthig zu haben, auf dieerstaunliche Menge seiner Schriften und auf die umfangreiche Gesammtaus-gabe derselben in Folio oder Quart hinzuweisen. Aber diese, welche zurBegründung eines sachgemässen Urtheils über ihn die zuverlässigsten Anhalt-punkte geben sollten, haben die ärgsten Missgriffe veranlasst, und kaumdürfte die Literaturgeschichte ein ähnliches Beispiel darbieten, wo der guteIName eines Mannes unter der Last der ihm beigelegten und zum Theil gegenihn zeugenden Schriften erlag.
Zuvörderst ist nun zu erwägen, dass jene Ausgabe nicht nur nicht vonTh. selbst herrührt, sondern dass sogar noch streitig ist, ob er überhauptwährend seines Lebens etwas selbst in den Druck gegeben habe, und dassjedenfalls dieses nur selten möge geschehen seyn. Sodann muss Jedem, derdie Persönlichkeit und die Schicksale des Th. ins Auge fasst, sich die Frageaufdringen, ob er denn wirklich ein solcher Vielschreiber könne gewesen seyn,und wenn er das nicht war, wie es denn kam, dass die fremdartigsten Pro-ductionen aufseine Rechnung gebracht wurden, unter seiner Firma umliefen?Nicht minder wird man zu fragen veranlasst, wie doch in den Schriften, dienach inneren und äusseren Gründen, in Wahrheit von ihm herstammen, ne-ben den gehaltvollsten und tiefsten Gedanken so oft leere, unverständlicheTräumerei, neben der klarsten, eindringendsten Sprache das formloseste Ge-
nehmen Olaus Borricliius Hermetis Aegypliorum sapientia. Hafn. 1674. 4.Cap. 8. p. 417—40.
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