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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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47
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In einer früheren Vorlesung machte ich den Versuch, einen allgemeinen Stand-punkt festzusetzen, von welchem aus die Erscheinung, des Thebphrasts von Ho-henheim aufzufassen, sein Thun und Wollen aus dem Lichte seiner Zeit zu er-läutern, seine Eigenthümlichkeit zu begreifen, so wie das fremdartig ihm Auf-gebürdete und Angedichtele von ihm abzutrennen wäre. In der gegenwärtigenwollen wir der individuellen Schilderung desselben näher treten, wollen ihnauf den Schauplatz seiner öffentlichen Thätigkeit begleiten, die Wege undMittel aufsuchen, wie er seine Bildung gewonnen, seine Kenntnisse sich ange-eignet, und sodann seinen menschlichen und schriftstellerischen Charakter, wieer sich in seinen Werken und Nachwirkungen abspiegelt, entwerfen. Hier-durch möchte füglich jede Vorbereitung getroffen seyn, um späterhin seineeigentlichen Leistungen im Einzelnen darzulegen.; 1;

Zuvörderst sey folgende Bemerkung erlaubt: Th. war seiner ganzen Ge-sinnung und Bestrebung nach ein Deutscher Mann, ein Deutscher Arzt. Jemehr damals der Pulsschlag alles geistigen Lebens im Vaterlande entwedervon fremden Quellen seine Nahrung sog; oder von fremden Gewalten nieder-gedrückt ward, desto weniger darf man der Kraft Anerkennung versagen,welche ein grosses Gebiet des Wissens und Könnens von der Wucht aus-wärtiger, fremdartiger Belastung zu befreien und seiner angebornen, ange-stammten Reinheit und Einfachheit wieder zu geben sich abmühte. Wie viel