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und Leute, Sitten und Lebensart der Menschen, Anstalten und Gelehrte miteigenen Augen kennen lernen und für seine Kunst benutzen wollen, schienden Wenigsten glaublich. Er musste also fernliegenden Geheimnissen, demverborgenen Steine der Weisen nachjagen 230 ), oder gar aus blosser Launein der Welt herumstreichen 231 ). Er aber sagt 232 ): “Mein Wandern hatmir wol erschossen: Ursach halben, dass keinem sein Meister im Haus wach-set”. “Die Künste, ausgetheilt durch die ganze Welt, müssen auch an vielenOrten aufgesucht und gesammelt werden” 23 3 ).
Wie sehr jedoch Th. der Belehrung sich auch mag beflissen haben,eine regelmässige Unterweisung bei damals berühmten Aerzten scheint ihmnicht zu Theil geworden zu seyn; wesshalb man sich auch darüber nichtvereinigen konnte, ob er sein Wissen von guten oder bösen Geistern herhabe; ja eine eigene Schrift ist erschienen 23 ' 1 ') mit dem Titel: “Deutliche Ent-
Skrifter som udi det Kiobenhavaske Selskab . Deel 1Y. Kiobenliavn. 1747. 4.p. 243—54.); in der Walachei, Siebenbürgen und in Croatien (Kl. Chir. B. 1.Cap. 12. S. 258.); und dass er ‘‘bei Teutsclien und Watschen aus viel verzwei-felten Leuten Aerzte gemacht habe” (ebend. B. 10. Cap. 1. S. 301.).— An einemandern Orte (Spittal Buch. Gruss allen Artzten. S. 311.) nennt er auch Littauen,Holland , Spanien , Portugal und England, wo er sich aufgehalten.
230) Erastus P. I. p. 238.: Cum adultior factus fuisset in Hispaniam abiisse, ibiqueMagicis prius initiatum, Chymicam didicisse.
231) Er sagt (Paragrani vierter Tr. Th. II. 97.): “So wir Landfarer nit weren, wiegros Mördt geschehe durch euch?” — Dann (Th. II. 18.) “Wie gefeilt euch derPeregrinus?” — Wie sehr Andere in dieser Hinsicht ihn tadelten, ergibt sich,unter vielen Stellen, aus der bei J. Cur io (Hermotimi nomine dialogus, in quode Umbratico illo medicinae agitur genere, quod ad disputandum comparatum.Basil. 1570. 4. p. 47.): Theophrastus Helveticus variae fortunae homo fuit, totavita erraticus, in nulla certa diu consistens sede mortalium.
232) Die vierdte Defension. Th. II. 173.
233) Vorred in das Ander Buch der grossen Wundarzn. S. 59.
234) Von Radtich Brotoffer. Goslar . 1517. 8. Diese Schrift findet sich auf derWolfenbüttler Bibliothek. Sie enthält eine Vertheidigung des Th. gegen dieBeschuldigung der Nekromantie und stellt überhaupt die Frömmigkeit desselbenin ein helles Licht. — Scheunemannus sagt in der Hydromantia Paracelsica: