dass es anders wäre. “Mir gefällt meine Art nur fast wohl. Damit ich michaber verantwort, wie meine wunderliche Weiss zu verstehen sey, merkentalso: Von der Natur bin ich nicht subtil gespunnen, ist auch nicht meinesIandts arth, dass man was mit Seidenspinnen erlange. Wir werden auchnicht mit Feigen erzogen, noch mit Medt, noch mit Weitzenbrod: aber mitKäss, Milch und Haberbrodt: Es kan nicht subtil gesellen machen. Zu demdass eim all sein tag anhengt, das er in der Jugent entpfangen hat, dieselbigist nur vast Grob seyn gegen Subtilen, Katzenreinen, superfeinen: dann die-selbigen, die in weichen Kleidern, und die von Frauenzimmern erzogen wer-den, und wir, die in Tannzapffen erwachsen, verstehend einander nit wol.Darumb so muss der grob, grob zu seyn geurfheilt werden, ob derselbig sichselbst schon gar subtil, und holdselig zu seyn vermeint. Also geschieht mirauch, was ich für Seiden acht, heissen die anderen Zwillich und Trillich”.“Selfzam 327 ), new, wunderbarlich, unerhört, sagen sie, sey meine Physica,mein Theoretica, mein Practica: Wie kann ich aber nit sellzam seyn, dem,der nie in den Sunnen gewandelt hat.”
Dem Yorwurfe eines uncollegialischen Betragens, das er nicht ableugnenkann, sucht er dadurch zu begegnen, dass er eben nicht anders habe verfah-ren können. “Den Aerzten bin ich Contrarius, aber der Natur Familiaris” 328 ).“Es sindt mir auch feindt die Apotecker, sagen ich sey wunderlich, kan mirniemand recht thun. Aber Quid pro Quo geben ist mir nicht gelegen” 329 ).
Auch über seine praktische Thätigkeit als Arzt, dass er darin zu vieloder zu wenig thue, zu rasch oder zu langsam handle, wurde Beschwerdegeführt, worauf er dann nicht verfehlt nach seiner Weise zu antworten 33 0):“Sie sagen, so ich zu einem kranken komme, so wisse ich nicht von stund anwas jhm gebricht, sondern ich bedürf eine zeit darzu biss ichs erfare. Ichbeger von tag zu tag je länger je mehr zur Wahrheit kommen. Die Dingzu erwegen, zu ermessen, zu versuchen, so vil uns die Yersuchnuss zustehet,
327) Schlussrede zum 2. B. Paramirum. Th. I. 140.
328) Vorred in das ander B. der gr. Wundarzn. S. 59.
329) Die sechste Defension. Th. II. 185.
330) Die siebendt Defens. Th. II. 186.
10 *