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haften Piuf Hieronymus Braunschvveig, der auch von chemischen Operationenhandelt, und Johann von Gersdorf. ' ' '
Wer jedoch alle diese genannten oder die übrigen damals zugänglichenW r erke mit dem wesentlichen Inhalt der ächten Schriften des Th. vergleicht,der wird nicht umhin können, über die Fülle und Neuheit der Thatsachenso wie über das Treffende und die Einfachheit der Bemerkungen sich zuwundern. i
Hören wir zuerst, wie er über die Medicin im Allgemeinen urtheilt;wie er ihre Gränze bestimmt, ihre Untheilbarkeit verlheidigt, sie für eine Er-fahrungswissensehaft erklärt und über die Zulässigkeit der Theorie sich äussert:
So ungewiss auch die Arzneikunst erscheine, so liege dieser Vorwurfnicht sowohl an ihr, als an dem, der sie gebrauche 391 ). Sie daure bis anden jüngsten Tag, wenn auch alle Aerzte abstürben 392 ). Eine Gränze seyihr angewiesen, und das Unmögliche von ihr zu verlangen, sey nicht weise 393 ).
Man dürfe die Arznei durchaus nicht als eine getheilte betrachten 394 );
391) Vorrede zur grossen Wundarznei. Ich habe mit fleissiger Arbeit mich geflissen,zu erfaren den Grund in der Artzney, ob sie doch möge ein Kunst geheissenwerden. Dann darzu hat mich bewegt die Ungewissheit dess Fiirnemmens, nem-lich in dem, das so wenig Lob und Ehr mit sampt den Wercken erschienensindt. . . Keinem andern sey gewiss - , es sey ein Fabelwerk, und ein süss auss-locken des Pfennings, und ein Kunst gestellet auff den Glauben.
392) Die Zehend Impostur S. 157. Die Artzney ist ein Kunst, die da bleiben wirdtbiss an Jüngsten Tag, und ob alle Arlzt abstürben, als möglich ist, noch ist dieArtzney nicht abgestorben, und würden newe Artzt.
393) Vorred in den dritten Tractat des 1. B. der gr. Wundarzn. S. 42. Für das un-möglich ist kein Artzney, allein in dem das möglich ist, und in dem möglichenist gleich so wol der Todt, als im unmöglichen. Im möglichen aber ist er zuvertreiben, in dem, so das möglich zu keim unmöglichen gebracht werde.
394) Vom Ursprung der Frantzosen. B. V. Cap. 7. Chir. S. 231. So jhe die Artzneysolt getheilet werden in zwen Artzt, so wissen in dem das alle Leibkrankhei-ten, in die Chirurgischen Krankheit fallen, und keine bleib in der Physic . Die-weil nun keine in der Physic bleibt, sonder alle in die Chirurgy enden: Soist die noth hin, das der Wundartzt der Leibartzt sey, und der Leibarzt der