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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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gen sehen und die Finger tasten 40 x ). Speculiren mache keinen Arzt, sonderndie Kunst; diese aber sey ein Experiment durch die Hände erfunden 402 ).

Die Aufgabe des Arztes kann Th. nicht hoch genug hinstellen; er ver-langt Erkenntniss der offenen und geheimen Naturvorgänge, reine Gesinnungund tüchtige That.

Der Arzt müsse durch der Natur Examen gehen. Was ihn die Naturlehre, das müsse er seiner ; Weisheit befehlen; nichts aber blos in seinerWeisheit suchen, sondern im Licht der Natur 403 ). Da der Arzt vor Allender sey, der Gott am höchsten preisen und loben könne, so soll er auch ammeisten wissen 404 ). Ihm komme es zu, das Innere, das Heimliche, zusehen 405 ).

Das Höchste, so der Arzt habe, sey die Kunst, dann die Liebe und dieHoffnung. Die Liebe lehre die Kunst und die Hoffnung gebe das fechteVertrauen 406 ).

Der Arzt müsse sanft seyn 407 ), wahrhaft, ernst und vorsichtig in sei-

401) Von den Tartar. Krankh. Cap. 2. Th. II. 251..

402) Vorrede in den dritten Tr. des 1. B. der gr. Wundarzn. S. 43. Ich hab so vielerfahren, das Speculiren kein Artzt macht, sonder die Kunst, und Kunst ist keinSpeculation, sonder ein Experiment, durch die Hand erfunden: Und nachfol-gend gehört Contemplatio darzu, das ist, acht auf! die natur haben, wie mansie brauchen soll. Eines Artzts Theorica soll sein, Erfarenheit.

403) Paramir. L. 1. De orig. morb. Th. I. S. 69.

404) ebend. L. IV. S. 228. Dieweil der Artzt allein der ist, der Gott am höchstenpreisen und loben kan, so soll er auch am meisten wissen. . . Nichts ist imHimmel noch auff Erden, das nicht sey im Menschen. Gott der im Himmel ist,der ist im Menschen. Denn wo ist der Himmel, als der Mensch? Darumb soist dem Artzt wol zu betrachten, mit was hand er handelt: dann er hat unterihm das edliste Subjectum, und das grössiste: das edliste, und das, das am me-risten anligt. . . Das ist aber war, wann Gott will, so macht er ein Artzt.

405) ebend. L. 1- S. 73. Das Eusser zu sehen, ist dem Pawren beschaffen: Das Innerzu seheu das ist, das heimlich, das ist dem Artzt beschaffen.

406) Spittal -Buch. S. 309.

407) Paragrani Tr. 4. Th. 81. Wie ein Lamb und Schaff soll der Artzt sein, derda Yon Gott ist: wie Wolff ist der, der wider Gott sein ax-tzney bi-aucht.