Buch 
Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
Entstehung
Seite
93
JPEG-Download
 

93

ner Rede 408 ). Die ächte Kunst bestehe jedoch nicht sowohl im Wissen,als im Vollbringen 409 ).

Ohne Werk sey der Arzt nichts 41 °). Ein Theologe dürfe von Gott reden ohne Werk, aber der Arzt müsse wie ein Heiliger mit Worten undWerken bestehen 411 ). Das Werk müsse seinen Meister, nicht der Meistersein Werk rühmen 412 ). Die Wahrheit dulde süsse Rede nicht 413 ).

Dasjenige werde aus der Arznei, was man aus ihr mache 4l4 ). Umaber das Mögliche damit auszurichten, sey unerlässlich, das gehörige Beneh-men gegen die Kranken zu behaupten , ihren Muthwillen zu brechen, sie zumGehorsam anzuhalten 415 ).

In dem Maasse als Th. das rein Menschliche im Arzte achtete und ihmGeltung zu verschaffen suchte, eiferte er gegen das rücksichtslose egoistischeBenehmen und gegen den herzlosen Eigennutz.

Eine Schattenseite der Aerzle sey die, dass sie sich einander weder Ehrenoch Lob gönnten, und dass sie, aus wechselseitigem Neide, eher die Kran-ken verderben Hessen 4l6 ).

408) Grosse Wund. B. 1. Cap. 1. S. 1. Ein Artzt soll walirhafft, ernsthafft, dapffersein mit seinen Reden, nicht leichtfertig: Rede das möglich, und der Naturgleiclimässig.

409) Paragrani alt. Tr. 2. Th. II. 134. Das ist die kunst, dass die wirckung gescheh,darin ligt der Butz, nit am wissen, sondern am vollbringen, das ist die kunstdes Artztes.

410) Vorrede zur ersten Defension Tli. II. 159. Es werde verstanden, das ein Artztohn werck nichts soll, und dass das Werck der Artzet sey nicht das schwetzen.

411) Vorrede in den Andern Tr. des zweiten B. der gr. Wundarzn. S. 77.

412) De Nat. Rer. L. VIII. Th. VI. 323. Dedication an die Landst. von Kärntlien.Th. II. 146. Das Werck den Meister probier.

413) Spittal-B. Gruss an die Reichen. S. 313.

414) Die dritte Defension. Th. II. 172.

415) Gr. Wundarzn. B. 1. Cap. 1. S. 2. Du solt den Krancken ihren mutwillen nitlassen, dann sie verderben gute Kunst, und gute Werck: so du magst durchGehorsam der Krancken dir schwere Sorg und Last abwenden, so gewaltige denKrancken, ist besser Er greine, dann Du.

416) Beschluss des ersten Tr. des zweiten B. der gr. Wundarzn. S. 77. So gross istder Vergunst in den Artzten, dass keiner dem andern Ehr und Lob vergunnen