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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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sprang der Krankheiten aus ihnen herleiten möge 473 ). Ihre Annahme seyeine Erdichtung 474 ), und man verberge seine Lügen in diesen Feuchtig-keiten 473 ).

Wer blos böse Säfte beschuldige, der wisse nichts als ausleerende Mit-tel anzurathen 476 ). Allein woher habe man denn die Kenntniss, dass in demeinen Organ diese, in dem andern jene Flüssigkeit ihren Sitz habe? so ofter diese Theile untersucht, habe er diese angeblichen Säfte in ihnen nichtfinden können 477 ).

Der gewöhnliche Schluss von den Säften sey aber unrichtig, weil sienämlich von der Krankheit geboren würden und nicht die Krankheit durchsie. Der Schnee mache den Winter nicht, der Winter aber den Schnee.Durch das Wegnehmen des Schnees entferne man den Winter nicht, undwenn auch kein Schnee im Lande sey, so könne der Winter dauern 478 ).

Die Zerrüttung der Vernunft im Menschen entstehe nicht durch Hitzeoder Kälte, Feuchte oder Trockenheit, sondern aus der eigenen inneren Ver-fassung. Wenn man einen Stein unter einen Haufen Vögel werfe, so wür-den sie nicht durch Kaltes oder Warmes aufgescheucht, sondern durch denStein 479 ).

Auch die Gewächse hätten Krankheiten, und doch suche man in ihnenweder die schwarze noch die gelbe Galle 48 °).

473) Kl. Chir. B. 2. Cap. 5. S. 261.

474) Ebend. B. 1. Cap. 5. S. 253. Die vier Huinores sind ein Luguerey.

475) Paragrani Erster Tr. Th. II. 28. Ihr verbergend ewer Lügen in die humores,dass man euch weder Buss noch Ablass geben kann.

476) Ebend. S. 45.

477) Bertheoneä B. 2. Einleitung. S. 357.

478) Paragrani alt. Tr. 2. Th. II. 139.

479) Grosse Wundarzn. B. 1. Tr. 1. Cap. 11. S. 70.

480) Grosse Wundarzn. B. 2. Tr. 1. Cap. 14. S. 72. Die Gewächss der Erden habenauch Kranckheiten. Nun sind im Holte, Kraut, Blumen nicht Melancholia, nochPhlegma, noch Cholera, noch wie sie es anzeigen Sanguis , sondern das ist alleinein einige Feuchte, das ist ein Liquor, in dem sie sind.