64 Thurneissers Begebenheiten und Reisen
dem Register ist es größer und in Quart auf einem besondern Blatte gedrukt.Die Zuschrift an den Herrn Johann von der Berswordt des Raths zu Münster,ist nebst dessen Wapen auf der ersten Seite vorgedrukt. Nach der lateinischenVorrede folgt Thurneissers sauber in Kupfer gestochenes Bildnis in Quart, untenauf der einen Seite mit chymischen und astronomischen Instrumenten, auf derandern mit Helm, Küraß, Streitaxt, Schwert u. s. w. So wol dieses Bildnis,als das Berswordsche Wapen, scheinen von einer andern Hand zu seyn. Leztereshat die Buchstaben ü. H. ö. und das Bildnis das Monogramm« li. ö. Dieseumständliche Beschreibung derKupferstiche giebt einen Beitrag zur Künftlerhistorie:würde aber nüzlicher seyn, wenn der Name dieses nicht ungeschlkten Meisters bekantwäre. Denn sein Monogramm« ist weder in Herrn Pr. Christs Verzeichnis, nochin andern zu finden.
Ossenbruks Pressen waren nicht zum Kupferdruck eingerichtet, und dkeBogenmußten nach Dortmund geschkkt werden; woselbst ein Buchdrukker dergleichenPresse hatte. Thurneksser wurde durch die Verzögerung, welche der Kupferstecherund der Abdruk der Platten verursachte, sehr verdrüßlich; er ließ bei seinem Wirtso viel Geld, als noch nötig war, um den Kupferstecher und den Druk zu bezalen:und machte sich zur Abreise fertig, um einen andern Ort zu suchen, wo er seineübrigen Werke und die Holzschnitte dazu bequemer und besser haben konte. Esfindet sich unter Thurneissers Schriften ein Brief des Laurentius Albrechts, Bürgersund Buchhändlers in Lübek von r; 8 r, worin er Thurneissern erinnert: „daß er„Reinetten von Dortmund, Buchdrukker», bei seinem Abzüge von Münster noch„wegen der Figuren in der ^rctnävxa und in der Quintessenz zu drukken 2.9 Thaler„schuldig geblieben wäre, auch Hätte M.HermanLuier der Mahler (der vermutlich„Thurneissers Bildnis gemalt) von seinem Wirt nichts ausgczalt bekommen, weil„der Wirt davon gelaufen und keinen bezalr härte." Der Kupftrdrukker hieltwegen dieses Umstandes die Exemplare der Quintessenz zurük: und dieses ist dieUrsache, daß die Münstersche Ausgabe ungemein selten ist, weil sie vermutlich zurMakulatur geworden; indem Thurneisser, wenige Jahre nachher, vermehrte Aus-gaben beider Schriften in Folioformat veranstaltete. Es kamen überdem verschiedene.Umstände zusammen/ die Thurneissern den Aufenthalt in Münster unangenehm< machten.