148 Heimweh.
zesses S. 56. abfände, und die Schulden bezalte; welche sein Vater in Basel beiseinem Absterben hinterlassen, und die er größtenteils seinetwegen gemacht hätte;welches ihm ein leichtes seyn würde, da ihn Gott mit Vermögen gesegnet hätte.Thurneisser fing an, dieses in Erwägung zu ziehen; und da er nach Preussen geru-fen wurde: so schikte er ihn indessen mit einem seiner Schreiber nach Wiel undBasel, um am erster« Orte die Juden zu Niederschlagung des ehemals angesteltenProzesses zu bewegen, und am leztern die Schulden des Vaters zu bezalen.
Bald nach seiner Nükkunft aus Preussen fand sichAlexander auch ein, der sichalle Mühe gab, ihn zu bereden: daß er, nachdem die Schuldforderungen zu Baselund Wiel in Ordnung gebracht, mit seinem bereits erlangten Vermögen nach Baselziehen, und sich daselbst ankaufen möchte. Er versicherte: daß die Baseler Gelehrtevon ihm und seinen Schriften mit vielem Lobe sprächen und wünschten, ihn bei sichzu sehen; die Vater der Stadt würden mit Freuden den Verlornen Sohn aufneh-men, und gern das verlaufne Bürgerrecht wieder geben, zumal wenn er vorherseine Kinder hinziehen ließe, die daselbst besser tönten erzogen werden, als in Ber,lin, wo sie Fremde wären und nach seinem Tode keine Unterstützung und Verwantehätten. Es wären jezt in Basel einige gute und ansehnliche Häuser, und auchGüter bei der Stadt, zu verkaufen: wenn er sich ansäßkg machte, so könce er inderselben Stadt künftig wie ein vornehmer und angesehener Junker leben, die erVorher bei Nacht und Nebel verlassen müssen. Alle diese Reden würden bei Thür-neissern beinahe so viel gewirkt haben, als der Kuhreihen bei andern nur immervermag. Allein er sah sein Glük und Vermögen täglich zunehmen: und er erwar-tete erst die Früchte aus der Drukkerek zu genüßen, die er mit so vielen Kostenangelegt hatte. Inzwischen hatten diese Vorschläge doch die Wirkung, daß er157; im Frühjahr, Alexander«, seinen Sohn Julius mitgab, den er bei dem Pre-diger zu S- Martin in Basel, Lukas Justus, mit dem er in Briefwexel stand; inKost und Unterricht bringen solte. Die Töchter würden künftig nachkommen: undAlexanders Frau solte sie gegen ein billiges Kostgeld zu sich nehmen und zu allen weib,lichen Verrichtungen anführen. Er gab ihm seinen Schreiber Martin zur Beglei-tung mit, den er öfters nach der Schweiz und Italien schikte, um aus VenedigMaterialien zu seinen Arzeneien zu holen. So bald Alexander erfahren hatte,
daß