Heimweh.
geben. Der Churfürst tonte sich nicht entschlüßen, ihn von sich zu lasse«/ obThurneisser gleich alle seine Gönner in Bewegung sezte, um seknenAbschked auszu,wirken; endlich wurde ihm erlaubt, auf eine bestimteZeit nach Bafel zu reisen. Eheer noch die Erlaubniß erhielt, schrieb ihm Michael Aschenbrenner, sein ehemaligerLehrling in der Chymie, der zu der Zeit des Churfürsten geheimer Diener war, ausGramzow den 4 Oktober: „ er möchte sich wegen seines Gesuchs wohlvorsehen, der„ Churfürst verreisete nach Garz, und möchte von da wol nach Stettin gehen zum»Herzoge von Pommern. Dr Kaspar Hofmann wäre auch in Gramzow gewesen, '„und hätte zu Nächten mir dem Churfürsten gespeiset; die Sage wäre: daß er ihm„4000 Taler zum Anzugsgelde, und denn järlich 1000 Taler Besoldung zugesagt,„welches er ihm nicht verhalten wolle." Es that aber keine Wirkurg, ob er gleichHofmannen am wenigsten diese Stelle gönnete. Weil Thurneisser mit seinemAnhalten nicht nachließ: so erteilte ihm der Churfürst den 28.Oktober die Erlaub,niß zur Reise, und Dr. Hofmans Bestallung, die wir schon angefürt ") haben,wurde ausgefertiget und auf Kreuzes Erhöhung zurük datirt.
Thurneisser machte sich gleich nach erhaltener Erlaubnis auf den Weg, undbefal, vieles von seinen Sachen nachzuschikken. Er hütteversprochen, den Christtagwieder in Berlin zu seyn. Seine Abwesenheit hatte die Gnade seines Herrn garnicht gemindert. Thurneisser hatte seit den November nicht geschrieben, noch Nach,richt von sich geben lassen. Einer seiner Schreiber meldete ihm: „daß der Chur«„fürst sehr zu wissen verlangte, ob er noch gesund wäre, und wünschte, ihn bald„hier zu sehen. Es wären auch viele Fremden aus Polen, Pommern und vielen„ andern Orten hier angekommen, die ihn um Rath fragen wollen. Einige wären„ wieder fortgerekser, und Hatten Briefe Hinterlassen." AufVeranlassung des Chur-fürsten bat ihn MichaelAschenbrenner, der nun Churfürstlichcr Hofapotheker gewor-den, den 14. Januar r;8o zur Hochzeit, und meldete: daß er sich den «.Februarmit des Lizenzierten der Theologie, Paulus Muskulös Hinterlassenen Tochter Chrk-stiana verheiraten würde, und Hoste, daß er ihm seine Gegenwart gönnen und gegendie Zeit hier eintreffen würde. Den 14. Februar i; 80 schrieb ihm der Hofprediger
U § Hartwig:
') Geschichte der Wissenschafter. S. 558.