XVI
Vorrede.
ten und ben akademischen Collegiis gelehret würden. Ach 'habe diese Vorrede bestimmt, daß lch zufärderst die Noth-wendigkeit zeigen will, die uns in der That verbindet, dieseWissenschaften auf Universitäten lehren zu lassen; und so-dann will ich die Art und Weife vortragen, wie solches ambesten auf eine gründliche Art geschehen kann. Da es sehr lnützlich seyn wird, meine Leser von diesen Wahrheiten zuüberzeugen, und doch gleichwohl in demWerkeselbst we- ^gen des Zusammenhanges davon nicht ausführlich zu han-deln war: soglaube ich, daß die Vorrede der schickliche Platzist, diese Satze auszuführen. Ich will mich ohne weitereVorbereitung zu diesem Vorhaben wenden.
Die menschliche Erkenntniß und Wissenschaften sindvon gar verschiedenen Arten. Ohne mich bey denjenigenArten und Eintheilungen aufzuhalten, die zu meiner gegen-wärtigen Abhandlung nichts beytragen: so will ich hier nurdrcyerley Classen derselben festsetzen, deren Abtheilung sich yauf den Endzweck und mithin auf das Wesentliche derWissenschaften gründet. Die menschliche Erkenntniß istnämlich nothwendig, oder sie ist nur nützlich, oder sie istbloß ergötzlich, und unmuthig.
Diese Einteilung gründet sich auf eine andere; undbeyde stehen in dem genauesten Verhältnisse miteinander.Nach dieser zweyten Eintheilung findet man gleichfallsdreyerley Arten der menschlichen Erkenntniß und Wissen-schaften. Diese Wissenschaften werden entweder zu dembürgerlichen Leben und zu Ausübung unserer vollkommenenPflichten erfodert; oder sie dienen uns nach unserm natür-lichen Zustande, und tragen etwas bey, daß wir unsere un-vollkommene Pflichten desto besser erfüllen können: oder siehaben endlich mit unsern Pflichten gar kein Verhältniß,sondern gereichen nur zu Vermehrung unserer Begriffeund Erweiterung unsers Verstandes.
Es ist gar kein Zweifel, daß nicht diejenige Erkenntnißund Wissenschaften nothwendig seyn sollten, die zu dembürgerlichen Leben und zu Ausübung unserer vollkomme-nen Pflichten erfordert werden. Wir leben nicht bloß in
dem