MIV Vorrede.
gleichſam auf einmal uͤberſehen kann, dem Leſer ſchwerlichangenehm ſeyn wird.
Der unzertrennliche Zuſammenhang meines Werkeswird ſich einem jeden Leſer von ſelbſt veroffenbaren, und iſtaus der hiernächſt folgenden kurzen Vorſtellung deſſelben zuerſehen. Es wuͤrde mir gar leicht geweſen ſeyn, die Folgedieſer Wahrheiten viel genauer abzuhandeln, und beſtaͤndigeinen Satz aus dem andern unmittelbar abzuleiten Allein,ich habe angemerket, daß große und erleuchtete Miniſtersund Staatsleute dieſe? Lehrart vor ſehr gezwungen und pe-dantiſch halten, und daß ihnen die dabey noͤthigen oͤfternWiederholungen der Saͤtze ſehr ekelhaftig vorkommen.Weil ich nun mein Werk ſolchen großen Maͤnnern nichtunangenehm machen wollte; ſo habe ich einen Mittelweg er-waͤhlet, und zwar die Folgen der Wahrheiten aus einandernicht außer Acht gelaſſen, dennoch aber alles gezwungeneWeſen dabey vermieden.
Ich habe mich, ſo viel moͤlich, einer Schreibart zu gebrau-chen geſucht, die der Welt gefallen kann. Allein, in einem vonMaterien und Sachen ſo vollgepfropften Werke kann mannicht allenthalben ſeinen Gedanken denjenigen Lauf undSchwung geben, der erfordert wird, wenn man edel und wi-tzig ſchreiben will. Ich werde hierzu in den beſondern Syſte-men uͤber dieſe Wiſſenſchaften mehr Raum haben.Manhat naͤmlich noch vier Lehrbuͤcher, als ſo viel beſon-dere Syſteme in dieſen Wiſſenſchaften von mir zu erwarten.Ich werde die Staatskunſt, die Policey die Commercienwiſ-ſenſchaft und die Oekonomie jede in einem beſondern Buchenach einem zuſammenhaͤngenden Lehrgebaͤude abhandeln,und vortragen. Vielleicht wird die Policey den Anfangmachen, und Oſtern 1766 erſcheinen.
Ich wuͤnſche hierbey nichts ſo eifrig, als daß meine Be-muͤhungen der Welt und dem geſellſchaftlichen Leben derMenſchen zu einigem Nutzen gereichen moͤgen. Geſchrie-ben zu Leipzig den n April 755.
Kurze