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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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4 Kurze Geschichte des Finanzwesens

sche Monarchie nicht vor ihnen bestehen konnte. Alleinihr innerlicher Zustand richtete sie zu Grunde. Die mei-sten griechischen Republiken waren der verwirrten Regie-rung deö gemeinen Volks unterworfen. Sparta war nachden Gesehen des Lycurgus auf eine wunderliche Art einStaat ohne Geld, und mithin ohne Schahung und Abga-ben. In Athen und den meisten andern Städten wurdeder gemeine Aufwand nach dem Maaße deö Vermögens f),nach eines jeden eigner Aussage, zusammen gebracht, wo-bey die Strafe des Tauschens statt hatte sf). Es waraber nichts weniger, als eine ordentliche Verwaltung, ange-ordnet; sondern ein jeder wendete seinen Beytrag selbstzum Dienste des gemeinen Wesens an, und diejenigen,deren Vermögen es erforderte, rüsteten selbst Schiffe aus,worüber sie Befehlshaber waren. Bey dieser Verwir-rung konnte es den Königen aus Macedonicn, Philippund Alexander dem Großen nicht schwer fallen, Griechen-land unter das Joch zu bringen, so wie der letztere ganzAsien gleichfalls eroberte. Dieser siegreiche Monarch,gleichwie er den Nutzen, den Griechenland aus der Hand-lung gezogen hatte, erkannte, und eine gesunde Politikhatte, setzte sich, ohngeachtet seiner kriegerischen Regie-rung, wichtige Unternehmungen in dem Kaufhandel vor.Er hatte die phönicische Handlung mit der ZerstöhrungTyruS zernichtet, und Carchago sollte ein gleiches Schick-sal betreffen. Dahingegen sollte Alexandria jfff), das ererbauet hatte, der Hauptsiß und Mittelpunct der Hand-lung der ganzen Welt werden. Allein sein frühzeitigerTod, und die Uneinigkeit seiner Generale, die sich in seinweitläufiges Reich theileten, ließen seine großen Absichtennicht zu Stande kommen.

") Das Ophir, wohin die Juden mit den Phöniciern ge-meinschaftlich schiffcren, kann nicht in Indien gesucht wer-den. Bester kann Ormus bey Persien davor angenom-men werden, wen» es nicht überhaupt am wahrschein-lichsten ist, daß dieses Lphir bloß auf den africani-