16 Kurze Geſchichte des Finanzweſens
Commercien; und die Venetianer und die deutſche Hanſa,die doch damals zur See ſo maͤchtig waren, vernachlaͤßig-ten gaͤnzlich an dieſer Entdeckung Theil zu nehmen, oderjenen Spuren zu folgen, wie hernach die Hollaͤnder thaten.Dahingegen wurden dadurch die Engellaͤnder und Fran-zoſen*), die vorher wenig oder gar keine Handlung hatten,zum Kaufhandel und Seeweſen aufgemuntert. Engel-land hat ſeine Commercien der großen und weiſen Koͤni-ginn Eliſabeth zu danken. Sie gruͤndete nicht nur dieengliſchen Manufacturen**) durch die Aufnahme dereraus den Niederlanden, beſonders aus Antwerpen, der Re-ligion wegen gefluͤchteten Fabricanten: ſondern ſie machteauch wegen der Ausfuhr der innlaͤndiſchen Producte aller-ley heilſame Geſetze und Anordnungen. Gleichwie ſie aucheine Seemacht darſtellete;: ſo richteten die Engellaͤnder,nachdem ſie geſehen hatten, daß es vor die Hollaͤnder nichtunmoͤglich geweſen war, ſich in Oſtindien feſtzuſetzen, ihrAugenmerk hauptſaͤchlich auf America und die Goldkuͤſtevon Africa, wo ſie auch, beſonders in America, ſehr wich-tige Laͤnder erlanget haben, und daraus vor ihren Handelund den Staat ungemeine Vortheile ziehen***). Heutezu Tage ſteigt der engellaͤndiſche Handel immer mehr, undſeit zwey Jahren haben ſie ſich auch der Heringsfiſchereymit gutem Erfolge unterzogen. 1
*) Es iſt in der Geſchichte bekannt, daß dieſe Nation in dem14 und 15ten Jahrhunderte ſo wenig eine Seemacht undSeehandlung hatte, daß ſie vielmehr zu einem vorfal-lenden Seeunternehmen von den Hanſeſtaͤdten Schiffevorgen mußte. Herr Cambhell in ſeiner Geſchichte derbrittaniſchen Seemacht bemuͤhet ſich zwar, das Gegentheilzu zeigen. Allein er beweiſet weiter nichts, als daß esin einem mit dem Meere umgebenen Lande nicht gaͤnzlichan Schiffen gefehlet hat, die man denn bey einer vor-habenden Expedition zuſammen ſuchte. Allein in demmittlern Zeitalter und vor Heiurich dem ſiebenten ſiehtman nicht, daß man in Engelland auf eine ordentliche
Flotte gedacht haͤtte.98*) Sie