und des Kaufhandels bey allen Voͤlkern. 8
ſchraͤnkten Koͤnigl. Gewalt bedacht war. Nun war zwarColbert unter Ludwig dem vierzehnten, dem Frank-reich ſeine Manufacturen und Seehandlung zu danken hat,zugleich der groͤßte Finanzminiſter, der vielleicht je ge-weſen iſt; indem er nicht allein nach dem Character ei-1 nes wahren Cameraliſten das Land anzubauen, und mit8 Commercien und Manufacturen zu bereichern ſuchte, da-mit ſie im Stande waͤren, die Vermehrung der Abga-ben zu ertragen, wie er denn wirklich die koͤnigl. Ein-kuͤnfte dreymal hoͤher gebracht hat, als er ſie beym An-tritte ſeines Miniſterii gefunden hat; ſondern er hat auchdie Finanzen in eine vortreffliche Ordnung gebracht, wieer denn, nach Art der alten Roͤmer, ſolche Tabellen er-funden hatte, aus welchen der Koͤnig die ganze Wirth-ſchaft des Staats auf einmal uͤberſehen konnte. Alleindie kriegeriſche Neigung ſeines Herrn machte ſchon Col-1 berten ſelbſt viel zu ſchaffen, daß er die Ordnung er-halten konnte; und ſeine Nachfolger im Miniſterio Lou-vois, Chamillard u. a. m. waren ſo ſchlechte Helden inFinanzſachen, daß alle ſeine guten Anſtalten wieder zuGrunde gegangen ſind. Das Beſte in dem franzoͤſiſchenFinanzweſen iſt eine ſchoͤne Verwaltung der Domanial-guͤter, die Sully bereits eingefuͤhret hat, und die auchvon Preußen und andern Staaten nachgeahmet wor-den iſt.
††) Es wird naͤmlich einem jeden Orte ein gewiſſes Quan-tum aufgeleget, deſſen Eintheilung auf die einzeln Ein-wohner, bey den Unterobrigkeiten beruhet, wobey, wieleicht zu erachten, viel Menſchliches vorgeht. Daß aberder Mangel eines ſichern Contributionsfußes, die Aufle-gung der Vermoͤgenſteuer, oder eines gewiſſen Pfennigesvon den Einkuͤnften, keine gute Finanzeinrichtung ſey,
bedarf keiner weitlaͤuftigen Ausfuͤhrung.
§. XIII.
Ihnn dieſem Jahrhunderte ſind die Schweden ⁴) undDaͤnen aufgewachet, um ihre Handlung in guten Standzu ſetzen. Sie haben zu dem Ende Handlungsgeſellſchaf-
3 ten