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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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351
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Erſter Abſchnitt.

Von dem Gehorſame der Untertha-

nen gegen den Regenten und denStaat.

§. 337.

Do Gehorſam iſt unſtreitig die erſte und vor-nehmſte Pflicht der Unterthanen, die ſie deroberſten Gewalt ſchuldig ſind. Indem die Men-ſchen die Eigenſchaft der Unterthanen annehmen, undzu Befoͤrderung ihrer Gluͤckſeligkeit ſich einer oberſtenGewalt unterwerfen: ſo iſt das erſte und hauptſaͤch-lichſte, worzu ſie ſich dabey verbinden, daß ſie denBefehlen und Anordnungen, welche dieſe oberſteGewalt zu ihrer Wohlfahrt vor noͤthig befindenwird, eine genaue Folge leiſten wollen. In derThat iſt auch dieſe Pflicht der Unterthanen ſo noth-wendig, daß ohne dieſelbe das Weſen einer Republikunmoͤglich beſtehen kann. Das ganze Gebaͤude ei-nes gemeinen Weſens faͤllt uͤber den Haufen, undalles geraͤth in Unordnung und Verwirrung, ſobald der Gehorſam der Unterthanen aufhoͤret, undob zwar die Republik nicht gaͤnzlich ihren Untergangfindet, wenn der Gehorſam nur bey dieſem oder je-nem Stande oder einzelnen Perſonen ermangelt; ſoſind doch die daraus entſtehenden uͤblen Folgen undUnordnungen dem Staate nicht weniger ungemeinnachtheilig. Es kann alſo die oberſte Gewalt ſelbſtniemand dergeſtalt befreyen, daß er ſich uͤberhauptoder in gewiſſen Faͤllen des Gehorſams zu entbrechenbefugt ſeyn ſolle*), weil dasjenige, was das haupt-

Ohne Gehor-ſam kann keineRepublik beſte-hen.

fäch.