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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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379
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gegen den Regenten und den Staat. 379

veſto aufmerkſamer zu machen. Weil aber dieMenſchen das Sinnliche lieben, und viele unter denUnterthanen nicht Faͤhigkeit genug beſitzen, die Be-ſchaffenheit dieſer Pflicht und deren Quelle von ſelbſteinzuſehen: ſo ſind bey allen Voͤlkern dergleichenaͤußerliche Ceremonien eingefuͤhret, die man auchbillig beybehaͤlt, weil die noͤthige Ehrerbiethunggegen die oberſte Gewalt durch dergleichen aͤußerlicheund gemeiniglich praͤchtige Handlungen nicht wenigvermehret wird.

§. 364.

Was wir in dem vorhergehenden Hauptſtuͤcke von Die Treue

dem Gehorſame der Unterthanen behauptet haben, edas gilt auch hier von der Treue, die eben eine ſoweſentliche und nothwendige Pflicht derſelben iſt.Sie muß naͤmlich vollkommen und ganz uneinge-ſchraͤnkt dem Regenten und dem Staate geleiſtet wer-den; denn es kann in einer Sache keine Einſchraͤn-kung ſtatt finden, ohne welche das Weſen und dieVerfaſſung einer Republik nicht beſtehen kann. Je-doch muß man hier eben ſowohl, als bey dem Gehor-ſame ausnehmen, daß die Unterthanen dieſe Pflichtder Treue nicht wider die goͤttlichen Geſetze und ihrGewiſſen, wider die Tugend und ihre ſittlichen Pflich-ten, und zum Umſturze der Republik misbrauchenlaſſen duͤrfen. Denn alles dieſes iſt nicht in demEndzwecke begriffen, den man ſich in der Verfaſ-ſung eines gemeinen Weſens vorgeſetzet hat; folg-lich gehoͤret es auch nicht zu der weſentlichen Be-ſchaffenheit der Treue.

§. 365.

Wenn nun alſo die Treue, in ſo weit ſie zu dem Der RegentWeſen einer Republik noͤthig iſt, ganz uneinge-ſchraͤnkt ſeyn muß: ſo folget unumgaͤnglich, daß mccht wider die

die