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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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446
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445 Von dem Vermoͤgen uͤberhaupt.

gierung oder Abaͤnderung unterworfe ſind, unddurch alle unſere Vorſicht und Klugheit weder gaͤnz-lich vermieden, noch zu unſerm Vorth ile eingerich-tet werden koͤnnen: ſo iſt es hoͤchſt ungegruͤndet, daßwir Meiſter uͤber unſer Gluͤck und Ungluͤck ſeyn ſoll-ten*), ob zwar nicht gelaͤugnet werden kann, daßviele Menſchen zu ihrem Gluͤcke oder Ungluͤcke durchihre eigene Handlungen Gelegenheit geben. Sodennmuß man ſich das Gluͤck oder Ungluͤck nicht als eineheidniſche Fatalitaͤt, und unvermeidliches Schickſal,oder von der Vorſorge Gottes unterſchiedenes Ver-haͤngniß vorſtellen, welches gleichſam ein beſonderesWeſen außer Gott ausmachte. Alles und auch diegeringſten Begebenheiten entſtehen aus der weiſenVorſorge und Vorſehung des großen Gottes; undob zwar ſeine Rathſchluͤſſe von Ewigkeit her abgefaſ-ſet und unveraͤnderlich ſind: ſo hat er doch in ſeinemewigen Entſchluſſe auch auf unſere Neigungen, Ent-ſchließungen und Handlungen, vermoͤge ſeiner Allwiſ-ſenheit, ſein Abſehen genommen, und ſeine Vorſe-hung und Rathſchluͤſſe darnach eingerichtet. Es wi-derfaͤhrt uns alſo nichts ohne unſer Mitwirken undZuthun; und gleichwie die unerforſchliche VorſehungGottes allemal hoͤchſtweiſe und gerecht iſt, und unsdannenhero allemal anbethungswuͤrdig ſeyn ſoll: ſomuͤſſen wir daher um ſo eher Urſache nehmen, unſerUngluͤck geduldig zu ertragen, und unſer Gluͤcknicht zu misbrauchen.

*) So wahr dieſes iſt, daß wir nicht Meiſter uͤber un-ſer Gluͤck und Ungluͤck ſind: ſo iſt es doch auch aufder andern Seite gewiß, daß wir einen gewiſſenvorgeſetzten Endzweck allemal erreichen koͤnnen,wenn dieſer Endzweck vernuͤnftig gewaͤhlet iſt, wennwir die rechten Mittel und Maaßregeln ergreifen,wenn wir ſtandhaftig in der Ausfuͤhrung unſeresPlans beharren, das vorgeſetzte Ziel allemal im Ge-ſichte behalten, und weder links noch rechts von

dem