des Vermoͤgens. 461
davon etwas zuruͤck lege, und es zu dem Stammedes Vermoͤgens ſelbſt ſchlage; denn wenn man vonſeinen Dienſten die wichtigſten Einkuͤnfte haͤtte, wennauch unſere Gewerbe und Nahrungsgeſchaͤffte indem beſten und gluͤcklichſten Zuſtande waͤren, undwir wollten alle davon fallende Nutzungen undVortheile auch alle Jahre richtig wieder verzehren:ſo waͤre es ſchlechterdings unmoͤglich, daß man je-mals Vermoͤgen erwerben koͤnnte. Die große Kunſtzu ſparen, die, ſo leicht ſie auch auszuuͤben iſt, den-noch vielen ungemein ſchwer faͤllt, iſt alſo in gewiſ-ſem Betracht der einzige Weg unſer Vermoͤgen zuvergroͤßern.
§. 445.
Um nun dieſe große Kunſt auszuuͤben: ſo muß Zu dem Endezufoͤrderſt in jeder Haushaltung ein Etat oder rich⸗ Eheüsriittiger Ueberſchlag der Einkuͤnfte und Ausgaben ge⸗ gemacht wer-macht werden. Die gewiſſen Einkuͤnfte ſind leicht den.in Anſchlag zu bringen; die ungewiſſen aber werdendadurch am beſten beſtimmet, daß man die Summeder Einkuͤnfte von 6 bis 9 auf einander folgendenJahren zuſammen rechnet, und nach den Theilungs-regeln die mittlere Summe auf ein Jahr herausbringt. Die meiſten uͤblen Wirthe begehen hierbeyden Fehler, daß ſie Einkuͤnfte mit in Anſchlag brin-gen, die noch erſt aus dem Reiche der moͤglichenDinge unter die wirklichen verſetzet werden ſollen.
Denn da ſie gemeiniglich große Projecte haben, aufwas vor Art ſie ihr Gewerbe oder Guͤter, und folg-lich ihre Einkuͤnfte anſehnlich vergroͤßern wollen: ſobringen ſie dieſe Hoffnung ſchon in den Etat ihrerEinkuͤnfte, und zehren bereits darauf los. Wennnun dergleichen Projecte fehlſchlagen, wie es ſichleider nur gar zu oft ereignet: ſo haben ſie den Grundihres Vermoͤgens ſelbſt angegriffen, und ſie muͤſſen
folg-