in den Staͤdten. 493
wenden, oder gegen Beſtechungen gleichſam an denMeiſtbiethenden losſchlagen, wie es an den meiſtenOrten zugeht: ſo iſt es ein Unweſen, das ein wei-ſer Regent ſchlechterdings nicht leiden ſollte; undkoͤunen ſo offenbare Unordnungen und Misbraͤuchein keinen Prioilegiis, ſo alt und wichtig ſie auch ſeynmoͤgen, Schutz und Sicherheit finden.
§. 478-
Der weſentliche Unterſchied unter den Staͤdtenund Doͤrfern, koͤmmtalſo darauf an, daß eine Stadt Hentweder durch die Kunſt, naͤmlich durch Mauern,Waͤlle und Graben, oder durch die Natur, das iſt,durch die Meere, Seen, Fluͤſſe und unerſteiglicheGebirge dergeſtalt verwahret ſeyn muß, daß der Zu-gang nur an einigen darzu ausdruͤcklich beſtimmtenOrten, welche man Thore oder Pforten nennet, ge-ſchehen kann; weil die zu dem Hauptmittel des End-zwecks der Staͤdte erforderlichen Policeyanſtaltenandrergeſtalt nicht ſtatt finden koͤnnen. Sodennberuhet ein weſentlicher Unterſchied darauf, daß inden Staͤdten ſolche Gewerbe getrieben werden, dieden Zuſammenhang des geſammten Nahrungsſtan-des im Lande am meiſten befoͤrdern, und welche diezur Nothdurft und Bequemlichkeit des Landes er-forderlichen Guͤter zu ihrer hoͤchſten Vollkommenheitbringen*); dahingegen man ſich auf dem Lande mehrmit Gewinnung einiger beſondern Arten von Guͤtern,und vornehmlich der rohen Landesproduckte, beſchaͤff-tiget; wie denn zu der Befoͤrderung der Gewerbe inStaͤdten ganze Geſellſchaften, die man Innun-gen und Zuͤnfte nennet, wohnen; dahingegen aufdem Lande nichts als einzelne Familien anzutref-fen ſind.
*) Da dieſer Endzweck der Staͤdte und dieſer ihr haupt-ſaͤchlichſter Unterſchied von den Doͤrfern offenbarrichtig iſt: ſo kann man die kleinen Sraͤdte, deren
Nah-
Unterſchied un-ter Staͤdten undDoͤrfern.