Von neuer An-bauung cinesAckers.
562 Von dem Ackerbaue.
nothwendigſten Anſtalten in einem wohleingerich-teten Staate iſt. Unterdeſſen ſo ungleich und un-beſtimmt das Ackermaaß in vielen Laͤndern iſt; ſohaben doch dieſe vor vielen andern, inſonderheit dennordiſchen Staaten, einen großen Vorzug, woman ganz und gar kein Ackermaaß nach einer ge-wiſſen Ruthenzahl hat, ſondern wo man die Groͤßeeines Stuͤck Feldes bloß nach Tonnen oder Schef-fel Getreide in der Ausſaat beſtimmet. Da nuneiner dicker, der andere duͤnner ſaͤet, und von einerGetreideart immer mehr auf ein gewiſſes Feld aus-geſaͤet wird, als von der andern; ſo kann manleicht erachten, wie richtig dadurch die Groͤßeeines Stuͤck Feldes beſtimmt wird. Da ſie Bodengenug haben, der ſchlecht oder gar nicht cultiviretwird; ſo kommt es bey ihnen auf ein paar Morgennicht an. Minima non curat Praetor.
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§. 540.
Ob gleich die Aecker heute zu Tage zu Tragungder Fruͤchte gemeiniglich ſchom zubereitet und geſchicktgemacht ſind, ſo, daß ſie zugleich bey den Landguͤ-tern, oder einzeln durch Kauf und andere Vertraͤgeerlanget werden koͤnnen: ſo geſchieht es doch auchnicht ſelten, daß Holz, Weiden und Wieſen zu Ae-ckern angebauet, und ſonſt Neubruͤche und Roodun-gen gemacht worden. Wannenhero wir in derKuͤrze die Art und Weiſe des landwirthſchaftlichenVerfahrens dabey betrachten muͤſſen. Da die Ae-cker eine ebene Oberflaͤche haben muͤſſen: ſo verſtehtes ſich von ſelbſt, daß der Platz zufoͤrderſt in dieſeBeſchaffenheit zu ſetzen iſt, und dannenhero dieHuͤgel abgetragen, große Steine weggeſchaffet,Staͤmme, Kloͤtze und Wurzeln ausgerottet, und Tie-fungen, Graben und Loͤcher allenfalls mit andererguter Erde ausgefuͤllet werden muͤſſen. Wennman es aber mit einem moraſtigen und naſſen Grundezu thun hat; ſo iſt es noͤthig, Graben und Abzuͤge
zu