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Von dem Ackerbaue. 585
mit Sicheln abgeſchnitten*), davor die Arbeiter diezehnte Garbe, oder das zehnte Mandel, ſtatt ihresLohnes, erhalten; wenn aber ein Landgut mit Hand-frohndienſtleuten verſehen iſt, ſo haben dieſe zu demSchneiden das naͤchſte Recht; beyderley Arten aberſind zugleich ſchuldig, bey dem Sammlen und Ein-bringen der Sommerfruͤchte und anderer Gewaͤchſe,gewiſſe Tage arbeiten zu helfen, wobey ſie Eſſen,oder ſtatt deſſen eine Zugabe an Getreide bekommen;woruͤber man ſich alſo vorher mit ihnen vergleichenmuß. Die Sommerfruͤchte werden mit ſogenann-ten Senſen abgehauen, oder abgemaͤhet; und wirddavor den Arbeitern drey bis vier gute Groſchen vorden Morgen bezahlet,
*) Dieſes verſtehet ſich nur von fetten und fruchtbarenGegenden. In Sandlaͤndern, wie auch in mittel-maͤßigem Boden wird auch das Wintergetreide anWeizen und Rocken mit der Senſe abgehauen. Jada man ſich in vielen Gegenden der Sichel garnicht zu bedienen gewohnt iſt: ſo pflegt man auchden ſehr langen Weizen und Rocken abmaͤhen zulaſſen. Wenn die Senſe ohngeachtet der Laͤnge desStengels und der Schwere der Aehren zureichend iſt;ſo iſt es freylich vortheilhaͤftiger, weil ein Ackernicht ſo viel mit der Senſe abzuhauen, als mit derSichel zu ſchneiden koſtet.
§. 558.
Wenn nun die Fruchtaͤhren zugleich auf dem Acker Von Einernd-gelb zu werden beginnen: ſo wird mit dem Schnei⸗ hngede Fn-den der Anfang gemacht. Die Winterfruͤchte wer-den ſogleich in Garben gebunden, als ſie genugſamtrocken ſind*); und muß man bey dem Zehentendie Schnitter looßen laſſen, was fuͤr ein Mandelnach der Ordnung zu ihrem Zehenten fallen ſoll, weil
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