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Drittes Hauptſtuͤck.Von der Viehzucht.
§. 559.D'e Viehzucht iſt der zweyte hauptſaͤchlichſte Ge⸗ Die Viezzucht,
genſtand der Landwirthſchaft, den wir beſon-ders betrachten muͤſſen(§. 504.), und gewiß die al⸗ alteſte Nah-leraͤlteſte Nahrungsart und Beſchaͤfftigung der Men⸗ mmentchen derſchen, die ſelbſt viel eher als der Ackerbau geweſen 3ſeyn muß. Denn auf nichts haben ſie leichter ver-fallen koͤnnen, als auf die Thiere, die ſie um ſichherum ſahen, an ſich zu gewoͤhnen, und hernachaus ſich ſelbſt zu vermehren, vor ihr Futter undBewahrung zu ſorgen, und dieſelben zu ihremNutzen zu gebrauchen, als worauf es in der Viehzuchthauptſaͤchlich ankoͤmmt. Wir finden auch genugſa-me Spuren in der Geſchichte, daß in den meiſtenLaͤndern die Viehzucht die aͤlteſte und einzige Nah-rungsart der Einwohner geweſen*). Selbſt vieleVoͤlker in Deutſchland haben noch zu Tacitus Zei-ten keinen Ackerbau getrieben, ſondern ſich bloß vonihrem Viehe ernaͤhret, mit welchem ſie in bewegli-chen Huͤtten an den Fluͤſſen und Baͤchen von einemOrte zu dem andern gezogen ſind, wie es die Weideund Fuͤtterung vor ihr Vieh erforderte.
*) Unterdeſſen ſetzet doch die Viehzucht ſchon etwas Er-kenntniß und die Ablegung der allererſten und groͤb-ſten Wildheit voraus. Alle Voͤlker ſind wohl inihren alleraͤlteſten Zeiten bloß Jaͤger und Fiſchergeweſen. Die Nachrichten bezeugen dieſes, undwir ſehen dieſes noch heutiges Tages an ſo vielen
wilden