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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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591
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Von der Viehzucht. 591

§. 563.Die Erlangung des Viehes geſchieht gemeinig-

lich mit dem Landgute zugleich, indem ſowohl bey ſchafder Erkaufung, als bey der Pachtung derſelben, das Vieh

ſo genannte Inventarium, worinnen das Vieh denwichtigſten Theil ausmacht, mit uͤbernommen zuwerden pfleget. Wenn aber Vieh neu angeſchaffetwerden muß; ſo iſt es ungleich vortheilhaftiger, ſichum gute und zum Theil auslaͤndiſche Arten deſſelbenzu bemuͤhen, weil man vielmehr Nutzen davon zie-hen kann; denn ein ſchlechtes Stuͤck Vieh keſtet ſoviel in der Fuͤtterung als ein gutes. Dannenheroiſt es ſehr dienlich, hollaͤndiſche, frießlaͤndiſche, ſchwei-zeriſche Kuͤhe anzuſchaffen, und in Anſehung derSchafe, wenigſtens englaͤndiſche Widder kommenzu laſſen. Sodann muß ein Hauswirth beſtaͤndigbemuͤhet ſeyn, jung Vieh zuzuziehen, damit die Stel-len der alten und ſonſt untauglich gewordenen Stuͤ-cken dadurch beſtaͤndig erſetzet werden koͤnnen, unddamit vor Anſchaffung neuen Viehes, nach derHauptgrundregel der Wirthſchaft, daß man ſich vorallem baaren Aufwande huͤten muͤſſe, kein Geld aus-gegeben werden duͤrfe. Dieſe Regel iſt ſo allgemein,daß man ſie auch bey den Pferden beobachten undbeſtaͤndig junge Pferde zuzuziehen bedacht ſeyn muß.Denn ſonſt muß man auf einmal eine ſtarke Summeaufwenden. Wenn man alſo nicht ſelbſt eine Arteiner kleinen Stuterey unterhalten kann: ſo muß

man wenigſtens von Zeit zu Zeit Fohlen kaufen, und

ſolche auferziehen. Uebrigens muß manbefliſſen ſeyn,junges Vieh guter Art zuzuziehen; daher es von ſol-chen Muͤttern erwaͤhlet werden muß, die ſelbſt guterArt ſind und viel Nutzungen abwerfen.

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