Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
44
JPEG-Download
 

44

Erste Abhandlung.

nommen würde. Mit keinem Schein des Rechts könneman Spanien bekriegen, oder sick eines Theils seinerStaaten bemächtigen. — Der verstorbene Könighabe sich ein Recht auf die Erkenntlichkeit der französi-schen Nation erworben, da er einen seiner Prinzen zuseinem einzeln Erben erkläret. Auch die spanische Na-tion verdiene allen Dank, daß sie sich so willig erzeige,die letzte Verordnung ihres verstorbnen Königs zu er-füllen : diese werfe sich dem König unbedingt in dieArme. — Werde dann ein Krieg unvermeidlich, sosey es besser denselben für die gerechtere Sache zu füh.ren: diese sey unstreitig die Sache des Testaments, indem der König von Spanien seine natürliche Erbenzu seiner Thronfolge berufe, welche durch seine Vorfah-ren unrechtmäßiger Weise von derselben ausgeschlossenworden. — Man habe Ursache zu glauben, daß un-geachtet der Unordnungen, welche sich in den spanischenFinanzen schon lange gezciget, dennoch diese Monarchiesich nicht gänzlich außer Stande befinde, FrankreichBeystand zu thun, um sich der Zerkheilung der Monar-chie zu widersetzen : es besitze zu seiner Vertheidigungwichtige Festungen, seine Seehasen könnten die Han-delschaft mit Frankreich ungemein befördern, die derFeinde aber ganz entkräften. — Die Schatze ausAmerika werden unter thätigen Händen alles erleich-tern. -Jedoch der König, der klüger als alle

feine Ministersey, der weit genauer wisse, was seineeigene Ehre, was der Glanz des königlichen Hauses,was die Wohlfahrt des Reichs und der Unterthanenerheische, -- werde den sichersten Ausschlag zu erthei-len wissen. -"

Gründe, wahre, falsche, glänzende, für die Anneh-tnung des Testaments, welche dem König nicht wenigeinleuchteten. — Jedoch der Herzog von Bcauvil-liers unterstand sich die Verwerfung des Testaments,