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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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49
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Urber dm spanischen Thronfolgckrieg. 49

Deutschland war der Kurfürst von Bayern, dessenSchwester die Mutter der drey französischen Prinzenwar. Als Oberstatchalter der spanischen Niederlandewar seine Erklärung für Frankreich von höchster Wich-tigkeit. Da die Vergröfferunasabsichtcn des bayerschenHauses von dem österreichischen seit langer Zeit warengehemmet worden, so wollte es sich gegen dasselbe anFrankreich eine mächtige Stütze verschaffen; dies wardieUrsach, daß es dem Kurfürst gar leichtfiel, auchden Kurfürst von Kölln, seinen Bruder, in die Ver-bindung mit Frankreich zu ziehn.

So sahe sich Frankreich auf allen Seiten wohl berei-tet die spanische Monarchie zu behaupten, und die Ent-reißung auch nur des kleinsten Theils derselben, demKaiser und allen seinen Bundsgenossen sehr schwer zuWachen. Schon erkannten einige Mächte den HerzogPhilipp von Anfou als 2x6nig in Spanien.

Die Staaten der vereinigten Niederlande sahen,aus Gründen der SraatSklugheit und in Rücksicht aufdie einmaligen noch nicht vergessenen Begebenheiten derVergrößerung Ludwig XIV. abgeneigt, mit Schauerauf die grenzenlose Macht Frankreichs, in deren Gewaltsie sich nun dadurch befanden, daß alle spanische Festun-gen in ihrer Nachbarschaft von derselben Kriegsvölkernbesetzt waren. Dennoch entschlossen sie sich, für jetzt sichin die Umstände der Zeit zu schicken. Sie beklagtensich durch ihren Gesandten, daß der Theilungövergleichhintangesetzt worden: dies war alles was sie thaten.Sie schienen nicht nur beruhiget, als man ihnen für ihreHandelschaft Vortheile verhieß, sondern sie erkanntensogar Philipp als rechtmäßigen König von Spanien.So hoste man in Frankreich dadurch vieles gewonnenzu haben, und doch war nichts gewonnen. Zu eben derZeit stengen die vereinigten Niederlande an, den drin-genden Vorstellungen des Kaisers Gehör zu geben, undnoch mehrere Bundögenossen zu suchen.

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