Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
50
JPEG-Download
 

52

Erste Abhandlung.

Der König von Großbritannien sah jede Art der Ver-größerung deö Hauses Bourbon als eine Stufe zur Un-terjochung Europens an: wenigstens behauptete er diesesimmer. Das Gleichgewicht zu erhalten war der Mit-telpunkt seiner Staatöklugheit. Aber der letztere Krieghatte die Neigung deö englischen Parlaments, langwie-rige Kriege in den Niederlanden zu führen, bey densel-ben die größten Lasten zu tragen und inzwischen seineHandelschaft dem Verfall zu überlassen, — nicht ver-mehret. Wahrscheinlich würde der König und die Na-tion, obgleich der erstere mit bitterm Unwillen, demBeyspiele der vereinigten Niederlande gefolget seyn, undPhilipp ebenfalls als König von Spanien erkannt ha-ben, wenn der englischen Nation einige Handlungsvor-theile wären gesichert, wenn sie dadurch wären beruhigetworden, daß die französischen Unterthanen in dem spani-schen Westindien keine überwiegenden Vortheile vor an-dern Nationen haben sollten.

Der Kaiser war der einzige, der sich öffentlich widerFrankreich zu erklären wagte. Ein Heer von ;oOooMann, unter einem Feldherrn dem Prinzen Eugenvon Savoyen, dessen Wichtigkeit den Werth eineszahlreichen Heers übertraf, rückte in das Meilandischeein. Dieser vortrestiche Feldherr, der sein Heer einzigdurch sein Ansehen erhalten mußte, der gar nicht mitGeld und andern Nothwendigkeiten von Wien aus un-terstützt wurde, hakte dennoch in kurzer Zeit der verei-nigten französischen und savoyschen Macht unterliegenmüssen. Die Unterhandlungen des Kaisers mit denSeemächten waren Frankreich nicht unbekannt. Dazu-mal wäre ein Zeitpunkt gewesen, daß Frankreich durchAbtretung der spanischen Niederlande, es sey an denKurfürst von Bayern, oder durch Antrag einer hinläng-lichen Vormaur an die Staaten der vereinigten Nieder-lande, alle Eifersucht härte verbannen, die Seemächtein Unthärigkeit erhalten, und dem König Philipp den

unge-