Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 51
ungestörten Besitz der spanischen Monarchie versichernkönnen. Allein es wollte sich zu einem so geringen Opfer,das doch die Staatöklugheic so sehr erheischte, nicht ent-schliefen. Für die vereinigten Niederlande war es einsund eben dasselbe, ob der König in Frankreich unmittel-barer, oder durch seinen Enkel mittelbarer Herr derselbensey. Die neue spanische Regierung mußte sich immer, we-nigstens so lang Ludwig XlV lebte, alle Maßregeln des-selben gefallen lassen. Aber Frankreich that noch einenandern Schritt, der aller gesunden Skaatsklugheit of-fenbar entgegen war, der, wenn er nicht ein offenbarerTrotz und Geringschätzung des Königs Wilhelm und derenglischen Nation seyn sollte, als eine Wirkung desSchwindelgeists kann angesehen werden. Dieser Schrittwar die Anerkennung des vermeinten Prinzen von Wal-lis, als rechtmäßigen Königs von Großbritannien, nach-dem Tode des sich selbst entthronten Königs Jacob II.Diese Handlung, wodurch einer der wichtigsten Artikeldes Ryßwikischen Friedens offenbar verletzet , wodurchder König Wilhelm als ein Thronräuber erklärt, undallen Verfügungen des englischen Parlaments in Absichtauf die protestantische Thronfolge Trotz geboten wur-de, — brachte Frankreich unendlichen Schaden. Eswar nicht anders, als wenn Frankreich muthwillig ei-nen Krieg gegen Großbritannien erzwingen wollte.
Der König Wilhelm hatte in dem Parlament ei-nen beträchtlichen Anhang: aber doch war er nicht sogroß, daß derselbe ohne Widerstand zu finden hätte einenKrieg gegen Frankreich anfangen, und den König mitgenügsamen Hülfögeldern unterstützen können. — Nunwar die Anerkennung des Prinzen von Wallis dasMittel, alle Partheyen zu vereinigen, und auf einenKrieg, dazu sie hinlängliche Gelder anwiesen, einstim-mig zu machen. Fast die ganze Nation nahm e6 alseine tödliche Beleidigung auf, daß Frankreich sich dasD - Recht