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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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Zwote Abhandlung.

waren fest entschlossen dieses wichtige Geschäfte, sowohlin den Haupt- als Nebenumständen, durch alle möglicheEntgegengehung gegen den andern Theil zu erleichtern.Man wollte alle Künste nunmehr vermeiden, vermit-telst welcher man ehedem die Friedensunkerhandlungendurch erweckte Streitigkeiten über die Pässe, Vollmach-ten und Rangordnung der Gesandten Jahre lang zuverzögern gewußt hatte.

Aber nunmehr beredeten sich die vereinigten Nieder-lande samt den übrigen Bundsgenossen, es stehe einigan ihnen zu kränken und mit dem Maß wieder zu ver-gelten, wie ehedem ihnen gemessen worden. Es istWahrheit, daß dieselben nicht so ganz in den Nebenum-Ikanven krankten, und dadurch die Unterhandlungen ver-zögerten, als in der Hauptsache. Aber Kränkungenbleiben immer Kränkungen, sie mögen sich auf dasHaupt - oder aus das Nebengeschäste beziehen. DieKünste der Abgeordneten der Republik bestunden darinn,daß sie ihren Foderungen neue Zusähe gaben, daß siesich immer noch dies und jenes zu begehren vorbehielten,niemals aber mit diesem Vorbehalt, mit diesen neuenFoderungen, geradezu heraus gehen wollten. Sie wünsch-ten, so wie ehedem der Gegentheil gethan, Zeit zu ge-winnen, den Feldzug erösnen zu können; dann, nach demFortgang ihrer Waffen, dieFriedensbedinge entweder zumäßigen, oder zu erhöhen. Sie nahmen es für gewiß,daß ße das letztere werden erzwecken können. Es istalso: ihre Waffen waren glücklich, Malplaquet rafftedas französische Kriegsheer zur Hälfte dahin, MonSgieng an die Verbündeten über, ihnen stund nun Frank-reich offen, der König und die Hauptstadt erdebelen;und dennoch wurde die Hauptsache nicht erzwecket, weildie Sieger sie zu sehr erschwerten, weil man unnatürlichfoderte, weil man die einzige gute Gelegenheit durch stol-zes Vertrauen auf bisherige Siege und Glück versäum-te, und weil man sich des Wechsels der Sachen, des-sen.