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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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108
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>oZ Zwote Abhandlung.

Unterredung dauerte Vor - und Nachmittag, sie speise-ten so gar in größter Vertraulichkeit zusammen. Aberobgleich die holländischen Abgeordneten vorstellten, daßdie Parthey, so den Frieden wünschte, bey weitem dieschwächere sey, daß die Anhänger derselben einzig durchneues Nachgeben und noch größere Vortheile das Ueber-gewicht über die Gegenparthey erhalten könnten, — sowaren doch auch die neuen Vollmachten des Presidcnts,welche sich auf die Erweiterung der Barriere bezogen,erschöpft. Die Unterredungen liefen auf bloße Wieder-holungen dessen hinaus, was der eine Theil schon längstbewilliget hatte, der andere aber für sich und seineBundsgenossen annoch verlangte. Endlich gegen dreyUhr Abends, schreibt der Marquis von Torcy, ander-ken die Abgeordneten der Republik den freundschaftlichenTon, den sie bis dahin als gleiche Unterhändler geäußert:sie gaben sich ungesehenst das Ansehen der alten kölni-schen Tribunen, und unumschränkter Gesetzgeber. Siekündeten dein Nouille' mehr übermüthig als frcund-schaitlich an, „der König Philipp werde zu keiner Zeitdas mindeste von der spanischen Monarchie, weder alsSchadlüöhaltung, noch als Tausch, noch als Erbschafterhalten: — die Angelegenheiten beyder Kurfürstenmüssen nur auf einer allgemeinen Friedensuntcrhandlungerörtert werden: erhalten dann dieselben den Besitz ih-rer ehemaligen Staaten, aber mit vieler Verminderungund Einschränkung, so haben sie solches einzig demSchutz der Republik und Englands zu danken. Derbeste Rath, den man diesen Prinzen ertheilen könne,sen, sich alle Mühe zu geben, die Gunst dieser beydenMachte zu gewinnen. — Die übrigen Punkte werdedas KnegSglück des bevorstehenden Feldzugs entschei-den." — — Sollte etwan dieser Ucbermuth eineWiedervergeltung des Trotzes seyn, welchen Ludwig X>V.und noch härter seine beyden Ministers, LonvoiS undPompone, gegen die Abgeordneten der sieben Provinzen

bey