122 Dritte Abhandlung.
waren an dem französischen Hofe gar keine Geheimnisse.Man erwartete so gar allda von dessen Uneigennützig-keit, ungekünstelter Denkenöart und Friedensliebe die er-sprießlichste Erleichterung des Friedenswerls. Manwußte den mächtigen Einfluß, welchen seine Vorstellun»gen seit manchen Jahren aus die Versammlung der Ge-neralstaaten hatten. — Dies war die Ursach, daß derMarquis unmittelbar mit demselben in Unterhandlungeinzutreten bevollmächtiget war. Allein der Pensionairwar doch, so groß sein mittelbares Ansehen war, bey derAnkunft des Marquis zu Friedensunrerhandlungen nichtbevollmächtiget; sondern die Herren Buys und van derDussen. Er gab dieses demselben so gleich zu verste-hen. Diese beyden Bevollmächtigten waren dem Mar-quis aus den an den Hof eingeschickten Nachrichten desPresident von Rouille'genugsam bekannt; diesen aberwünschte man, wenn immer mög ich, auszuweichen.Frankreich wollte sein Schicksal lieber aus der Hand desPensionairs, den man als redlich, ungekünstelt undFriede liebend hochachtete, erfahren und erhalten, alsvon den beyden andern. Hemsms zeigte aber doch demMarquis an, daß wenn er Friedensvorschläge erösnenwollte, werde er dieselben den Staaten bekannt machen,da er dann nicht zweifle, er selbst werde neben den beydenerstem unmittelbar bevollmächtiget werden, in nähereUnterhandlungen mit ihm einzutreten. Ein dem Mar-quis schon unangenehmer, doch unausweichlicher Vor-schlag, - welchen er sich auch mußte gefallen lassen.Er wünschte seinen Aufenthalt und seine Geschäfte in demHaag äußerst geheim zu halten, auch die letztem soschleunig als nur immer seyn möchte, wenigstens nochvor Eröfnung des Feldzugs in das Reine zu bringen.Weder die erstere noch die letztere Absicht konnte erhaltenwerden, wenn von Seiten der Republik mehr als eineeinzige Person zu den Unterhandlungen geordnet wurden'dies letztere verlangte jedoch die Scaatöverfassung der
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