Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. 12;
Republik. Aber immer gründete sich die ErwartungFrankreichs auf einen Staatsirrkhum: daß die vereinig-ten Niederlande auf ihre Bundsgenoffen so mächtigenEinfluß und den Willen hätten, dieselben zu Anneh-mung des Friedens zu bereden, wenn ihnen selbst zuvordie allcrvortheilhaftestcn Bedingnisse, ja alles, was sienur verlangen könnten, wäre zugestanden worden. Wennauch gleich.Frankreich sich hierbeynicht geirrct, so hättendoch die vorläufigen Bedingnisse niemals so schleunig undgeheim können berichtiget werden, als solches die mißlichenUmstände der Krone erheischten.
Der Entwurf, welchen sich der französische Staats-minister von seiner Reise und auf sich genommenen Ar-beit gemacht hatte, bestund darinn: Entweder würdendie Bedingnisse, welche zu bewilligen er bevollmächtigetwar, angenommen oder verworfen werden. Geschähedas erstere, so würde der Frieden der Erfolg der Unter-nehmung seyn: dieses wünschte der König von ganzemHerzen. So konnten denn dessen Absichten erfülltwerden.
Sollten aber die stufenweise vorgeschlagenen Be-dingn'.sse und Anerbietungen verworfen werden: so hattedoch der König ganz unläugbare Proben gegeben, daßer, mit Aufopferung seiner El)rc und mit Dahingcbungwesentlicher Vortheile seiner Krone sowohl, als seinesHauses, die allgemeine Befriedigung Europcns aufrich-tig gesuchet habe. Jedoch hatte sich der König durchalle diese Aufopferung nur aufdcn Fall, wenn der Friedemöchte zu Stande gebracht werden, verbindlich gemacht:indem der bevollmächtigte Staatsbediente gleich in demAnfang der Unterhandlung und nachher bey der Fortse-hung derselben zu wiederholten Malen sich herauögelas.sen, daß alle Anerbietungen Frankreichs nichtig und un-verbindlich wären, wenn der Friede jetzo nicht erfolgen sollte.Man muß gestehen, daß der Marquis diesen Entwurf
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