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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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250
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Fünfte Abhandlung.

truydenberg erfocht der kaiserliche Feldherr Graf vonStarenberg den so sehr wichtigen Sieg nächst bey Sa-ragossa. Der König Philipp und sein ganzer Hof sa-hen sich genöchiget Madric schnell zu verlassen. Der sie-gende König Karl wurde noch einmal in der Hauptstadtals König von Spanien ausgerufen, sein Gegner floh sogar bis in Navarra, ungewiß ob er sich in diesem äußer-sten Winkel Spaniens mit seinen wenigen ihm überge-bliebenen Kriegsvölkern eine Zeitlang erhalten, oder aberob ihn die Folgen der Verlornen Schlacht so gar die Py.renaen hinter sich zu haben, dringen möchten? Aller-nächst schien der Krieg in Spanien geendet zu seyn, undder König Karl mit allen seinen Bundsgenossen das Zielaller ihrer Wünsche vollkommen erreicht zu haben. —Allein in eben diesen Tagen des Unglücks zeigte sich beydem König Philipp und der Königinn, seiner Gemahlinn,größere Sündhaftigkeit und Entschlossenheit, als jemalszuvor, alles anzuwenden um sich in Spanien zu behaup-ten. — Wenn aber das Kriegsglück ihnen in Spanienferner ungünstig seyn sollte, so erklärten sie sich öffentlich,daß sie sich mit ihren Prinzen einschiffen und inAmerika, in den weiten Landschaften, welche da-selbst der spanischen N^onarchie unterworfen wa-ren, ihren Sitz anlegen wollten.

So kühn und mit so vielen Schwierigkeiten dieserEntschluß begleitet war, so durfte doch Philipp sich nichtlange Zeit mit dessen Ausführung beschäftigen. DerHerzog von Vendome verschaffe ihm in dein Winter-monat noch dieses Jahrs den so entscheidenden Sieg keyBrisvega nächst bey Almanza über das vereinigte kaiser-liche und englische Kriegsheer. Der König Karl w^r-de durch diese Niederlage, welche ihn seiner besten Feld-herren beraubte, ebenso sehr in die Klemme gebracht, alsder Sieg bey Saragossa gegen seinen Gegner gethan hat-te. Wie dazumal der Thron Philipps wankte, eben sostark wurde der Thron des Königs Karl durch seine zu