Ueber die Friedensunterhandlungen zu London. 251
! Brihuega erlittene N iederlage erschüttert. Philipp sa-l he gar bald den grösten Theil von Spanien wieder unterseinem Gehorsam. Die ganze Nation ermunterte sicholle ihre Kräfte daran zu setzen, ihn auf dem nun befe.stigtern Throne zu behaupten. Von diesem glücklichenTage an konnte der König Philipp immer das Ueberge.wicht in Spanien gegen seinen Gegner behaupten.
Der Sieg bey Brihuega war gleichsam Epoche fürdas Glück, welches in dem Feld so wohl, als in dem Ka-binetFrankreich zu begünstigen ansieng: oder eigentlicher,Man mag meiner spotten, wenn man Lust und Grund dar-ju^ hat, er war der Anfang der wunderbaren Wen-düng, welche der höchste Weltregent dem Lauf derKriegs- und Friedenssachen von nun an geben wollte.
Der zweyte für Frankreich nicht weniger glücklicheUmstand war, daß die Parthey der Tories in Englandsich je mehr und mehr gegen die liVhigs stärkte; daßdie ersteren heut diesem morgen einen, andern von derletztem Parthey, die Führung der Geschäfte entreißen,ihr eigenes Ansehen befestigen und sich in die Gunst derKöniginn erschleichen konnten. Vorzüglich gelang esdem Herren von Harley, der bald nachher, unter demTitel und der Bedienung eines Grafen von Oxford undLord Oberjchatzmeisters, Europa bekannt und den beydenHäusern Bourbon unvergeßlich wurde, sich des ganzenZutrauens der Königinn Anna zu bemächtigen. — Wiedie Parthey der Whigs, von der der Herzog von Marl-borough als daS Haupt konnte angesehen werden, dieFortsetzung des Kriegs, die Demüthigung Frankreichs,und daß die spanische Monarchie auf das Haus Oester-reich sollte gebracht werden, zu ihrem Staatögrundsatzannahm: so fanden hingegen die Tories, an deren Spitzesich der Graf von Oxford stellte, es der gesunden Staatö.klugheit Englands zuträglich, daß einem zehen Jahrelang gedaurten Kriege, bey welchem es die gröste Lasttrüge, und der für den Vortheil und die Erhöhung des Hau-ses