272 Fünfte Abhandlung.
Karls V. wieder erneuert werden? Sollten die Seemäch-te und andere Staaten alle ihre Kräfte hartnäckig daransetzen, daß sich die ganze österreichische Macht, zugleichmit der Krone Spanien und den Reichthümern Westin-diens auf dem Haupt einer einzigen Person vereinbarte?Sollten sie ihren wahren Nutzen so wenig kennen, daßsie ihnen selbst Ketten bearbeiteten, welche sie in unab-sehlicher Abhängigkeit von einer so großen Uebermachter-hielten? — Das englische Ministerium war annoch beydem Leben des Kaisers Joseph geneigt, den König Phi-lipp auf dem spanischen Throne zu lassen, wenn nur dieVereinbarung der spanischen und französischen Krone ineiner Person könnte abgewendet werden. Freylich hat-ten einmal in dem Oberhause des Parlaments die Whigsdie Oberhand. Als die Königinn in dem Dec. des Sil-ken Znhrs beyden Kammern vorstellte, was sie zu Be-förderung eines allgemeinen Friedens bisher gethan, unddaß sie hoffe, denselben bald zu Stande zu bringen; sohieß zwar das Unterhaus in seiner Danksagungsaddrcffeün die Königinn alles gut, was sie zur Erlangung einesFriedens gethan, und sie wollten sich bey der weiter» Der- 'Mittelung desselben gänzlich auf die Klugheit der Köni-ginn verlassen. Das Oberhaus hingegen ermehretSdurch ein Uebergewicht nur von zwo Stimmen, seinerDanksagung diesen Zusatz zu geben: „wobey wir dennum Erlaubniß bitten Ew. Mas. unterthanigst vorzutra-gen, daß das Oberhaus der Meinung ist, es könne keinsicherer, noch ehrenvoller Friede für Großbritannien undEuropa geschlossen werden, wenn Spanien uno Westin-dien einem Prinze vom Hause Bourbon überlassen wer-den." *) Durch den Entschluß der Königinn und ihrerMinister aberj, zwölf neue Lords zu ernennen, unddurchdieselben das Ansehen des Hofs zu befestigen, wurde ge-gen
») Swift Th. VI. S.