Ueber die Friedensunterhandlungen zu London. 269
Es fand zwar auch in dem königlichen Staatsrathder Antrag der Republik Unterstützung: wahrscheinlichnur aus Eifersucht gegen den Herren von Torcy, der.Weil er das Zutrauen des Königs in vorzüglichem Gradebesaß, als erster Minister angesehen wurde. Aber dieGründe, es könne mit der Ehre des Königs nicht beste-hen, sich noch einmal an die Republik, wenn es auch gleichinner den Grenzen des Königreichs geschehen möchte, zuwenden, nachdem dieselbe zum zweyten Male demselbenmit so krankender Unanständigkeit begegnet, — da selbstvon Gliedern der Regierung ungescheuet äußerst verächt-lich gesprochen werde, — gewannen in dem Staatsrathdas Uebergewicht. Der Schluß wurde gefaßt, die Un-terhandlung mit England fortzusetzen, aber auch denBriefwechsel mit dem Grvßpensionair durch den von pet-kum zu unterhalten. So hatte es der französische Hofvollkommen in seiner Gewalt, sich, wenn England ent-weder zu viele oder zu harte Foderungen thun würde, andenjenigen der Bundsgenossen zu wenden, bey welchemMan gewiß seyn konnte, das mehrere Nachgeben zu finden.
Alle Umstände mußten sich fügen, daß Frankreich,welches acht Jahre lang den unglücklichsten Krieg ge-führt, und um sich von dem gänzlichen Untergang zu ret-ten, den Frieden durch die kostbarsten Opfer erkaufenWollte, aber nicht gekonnt hatte, — bey den Friedens-Handlungen siegen, ja gleichsam wenigstens in Verständ-Wß mit England der Schiedsrichter unter den europäi-schen Machten werden konnte. Um diese Zeit, den i7tenApril des ^uten Jahrs, ereignete sich das Absterbender Kaisers Joseph I- in dem zoten Jahre seines Alters,ohne männliche Erben nach sich zu lassen. Sein einzi-ger Bruder, der König Karl in Spanien, wurde durchdwsen unvermutheten Todesfall der einzige Erbe allerösterreichischen Staaten. Sollten nun durch diesen PrinzUnd dessen Nachkommenschaft die Zeiten des Kaisers