Uebcr die Unterhandlungen zu Utrecht. z; l
Jahrs. Es hinterließ zwar dieser von der ganzen Na-rion ausnehmend geliebte Prinz, dieser Zögling des soliebenswürdigen ErzbischofS Fenelon, von welchem mandie Wiederherstellung der letztem glücklichen Jahre Hein-richs lV. mit Zuversicht Hoffete, zwey Prinzen. Aberder älteste derselben von fünf Jahren, der bis auf denTod feines Herrn Vaters Herzog von Bretanien hieß,und den Dauphins Titel acht Tage geführt hatte, mußteihm schon auf den 8ten März in dem Tode nachfolgen.Sein zweyter Prinz von zwey Jahren, Herzog von An-jou genannt, dem nun der Titel eines Dauphins gekür-te , befand sich bey seines ältern Bruders Absterben ebenso schwach als dieser bey dem Absterben des Vaters. Mitjedem Tage mußte man auch dessen Absterben besorgen.Diese außerordentlichen Begebenheiten, da Vater, Sohnund Enkel, welche alle nach einander die Krone vonFrankreich tragen sollten, in einer Zeit von eilf Mona-ten erblaßten, der regierende König aber ein Alter vonvier und siebenzig Jahren auf sich hatte, und dessen nochwenige übrige Lebenskräfte durch diese sehr empfindlichenBegebenheiten stark erschüttert wurden, erweckte beyallen europäischen Machten ernsthaftes Nachdenken. DerFall konnte sich leicht und bald ereignen, daß der KönigPhilipp, welchen nun die meisten Staaten als rechtmäßigenKönig von Spanien zu erkennen im Begriffe stunden, dernächste Erbe der Krone Frankreich werden sollte. Lud-wig XlV. hatte auch demselben bey dessen Anerkennungals König in Spanien sein GeburtS- und Thronfolgs-recht auf dem französischen Throne ausdrücklich vorbehal-ten , und in die Bücher des Parlements von Paris ein-tegistrieren lassen. Der nun zwölf Jahre lang geführte,Noch nicht geendete Krieg war vornehmlich deßwegen un-ternommen worden, um die Vereinbarung beyder Kro-nen, der französischen und spanischen, zu verhindern.Gleich nach dem Absterben des Kaisers Joseph, erkaltetebey den meisten europäischen Machten der Eifer, die spa-