Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
373
JPEG-Download
 

Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht. 37z

daß sie sich ihrem König gleichsam auf Gnade undUngnade überlassen müßte? Der Dechant von S.Pan ik behauptet geradezu, es habe eine Parthey in derRepublik angefangen den Rath zu ertheilen, diesenSchritt zu thun; man habe sich geschmeichelt, mankönne durch einen eilfertigen Frieden die Königinn ver«hindern, daß sie weder für diejenigen von den Bunds-genossen, welche sich an sie hielten, noch für sich selbsteinige Vortheile von Wichtigkeit erhalten könnte.Die englischen Minister stunden noch immer in Sorgen,die Republik möchte sich hierzu entschließen. Nur dieseBesoraniß war die Ursach, daß sie sich weigerten, denfranzösischen Bevollmächtigten in ihren Foderungengegen die Republik das mindeste Gehör zu geben.

Die Friedenshandlung zu Utrecht blieb also einegeraume Zeit in der Untätigkeit, zu nicht geringemUnwillen der Königinn. Ihre Kräfte nahmen in derThat ab. Dies verstärkte ihren Wunsch, ihre König-reiche beruhiget dem künftigen Thronfolger zu hinter-lassen. Der Friede sollte durch ein ganz ungewohntesMittel zwischen beyden Kronen befördert werden, durcheine öffentliche Gesandtschaft an den König in Frankreich.Ein Einfall, der den Ministern vielfältige Vorwürfeeines unerlaubten Verständnisses mir Frankreich, auchdaß sie sich durch ganz unanständige Mittel darzu gewinnenlassen, zugezogen hat. — Lord Bolingbroke, ebenderjenige, der schon seit einem Jahr auf Befehl derKöniginn und des geheimen Raths des Friedens wegenmit dem Herrn von Dorcy einen Briefwechsel unterhaltenhatte, sollte diese Gesandtschaft über sich nehmen.Die dielem Herrn ertheilten Vollmachten sind zwey2nhre nachher, auf Befehl des Königs Georg I. unddurch die Bemühung des Herren Robert Walpole,eines abgesagten Feinds des Torysiben Ministeriums,?ufs schärfste untersucht worden. Man betrog sich aberM der Vermuthung, Artikel zu eindecken, durch welcb-

Aa z dem