§86 . Sechste Abhandlung.' ,
nen. — Der Aufschub des Parlaments sey auchdarum geschehen, daß wenn demselben der Friedensschlußnicht könnte angezeiget werden, sich alsdann-die Köni-ginn in der Nothwendigkeit befinde, HülfSgelder für denKrieg zu begehren.-Dieses Mittel that aus-
nehmende Wirkung. Der ganze Entwurf wurde von demallen König, der in seinen, Herzen eben so sehnlich denFrieden wünschte, als die Königinn, bewilliget. Nurließ er sich bisweilen von seinen Staatsbedienten ver-blenden, in der Hosnung daß ein kurzer Aufschub reich-lich durch wichtige Vortheile, oder Nachlastung vongroßen Foderungen von Seiten der Feinde, werde ersehtwerden. Allein eher würde Ludwig XI V. weit mehrereSnachgegeben, als den Krieg gegen England fortgesetzthaben. So wurde auch den Gesandten der Königinnder Befehl zugesandt, ohne Anstand den Frieden zu unter-zeichnen. Selbst die Gesandten der Republik warenhierzu nicht weniger bereitet als die britannischen. Nochmit dem Anfang dieses Jahrs, that so wohl der PrinzEugen, als der Graf von Sinzendorf noch einen Ver-such, ob die Staaten möchten beredet werden, mit deniKaiser sich dein Frieden zu widersetzen? Aber sie ge-horchten dem Rath der gesunden Staatsklugheit, sicheinmal nach den Umständen zu richten, da doch dieselbe»von den Wünschen der Republik nicht abhängen wollte»,und einen Frieden von mittelmäßigen Vortheilen nicb^in einen schlechten oder gar in einen nachtheiligeu durcheitele Verzögerungen zu verwandeln.
Der Herr von Buyo, derjenige, welcher sich dc>"Frieden so sehr widersetzt, der alles aufgeweckt hatte, "»*denselben zu hintertreiben, selbst auch der Slaatspensi^nair Hcittslus, thaten nunmehr was sie konnten,die Unterzeichnung zu befördern. Der erstere besclM^sich über den letzter»; er legte demselben allen VerZ»Aund alle unrichtig genommene Maßregeln die g»"^Zeit der Unterhandlungen durch, zur Last. Beyde w>^