Ueber die Unterhandlungen zu Utrecht. zg?
tige Männer würden ihrem Vaterland ausnehmend er-sprießliche Dienste geleistet haben, wenn sie den Frie-densneigungen ein Jahr früher nachgegeben hatten.Ihre Widersetzlichkeit kann mit Recht als eine derHauprursachen angesehen werden, daß der UtrcchtsckeFriedensschluß den vereinigten Niederlanden nur mas-sige Vortheile zugewendet hat. — Die StaatSmini-ster der Königinn wünschten, daß die Republik an demgleichen Tage mit den britannischen Bevollmächtigtenden Frieden unterzeichnen möchte. Sie sahen diesesals einen Umstand an, der ihrem Vaterlands mehrereGunst und Achtung, ihnen selbst aber größere Sicher-heit zuziehen könnte. Auch hierin,, schiften sich dieStaaten nach den Absichten Englands, ungeachtet derBemühungen des Herzogs von Marlborough, daß siesolches nur noch sechs Wochen anstehen lasten sollten, weil
gewiß in dieser kurzen Zeit wichtige Veränderungen vor-gehen würden.
Da alles sich dem Ende der Friedenshandlung nä-herte, ließ der Bischof von Bristol, erster Bevollmäch-tigter der Königin», die Gesandten aller Bundsgenos-scn auk das RathhauS zusammen berufen. Er stellteihnen vor, „daß die Unterhandlungen nun seit vierzehnMonaten mit großer Langsamkeit fortgegangen, welchesdoch dem Besten der Bundsgenostcn sehr nachtheiligwäre; daß die Königinn so lang gewartet, und denSchluß ihres eigenen Friedens bis hieher lieber aufge.schoben habe, als daß sie ihre Verbündeten in einigerUngewißheit hätte lasten wollen; daß sie hoffe, sie wer-den jxtzo alle bereit seyn, dieses große Werk zu Ende zudringen, und daß dieselbe deßwegen ihren eigenen Be-vollmächtigten aufgetragen, denen der Bundsgenossen zulochen, sie finde es nothwendig, ihren eigenen Vergleichvhne weiter,, Verzug zu schließen. Es wäre auch derKönigin,, Wunsch, daß die Verbündeten ihre besondernvnedensverträge zu gleicher Zeit schließen möchten, wo-
Bb 2
ZU