bis auf die Friedensschlüsse zu Utrecht u. Rastatt. 449
schlüsse von Nimwegen und Ryßwick geendet worden, 1702in die Lange ziehen konnte. Allein die eingebildete Ehre
Ludwigs X I V. hinderte dieses, und wollte in dem gegen-wärtigen Falle nichts von Nachgeben wissen. Die spa-nische Monarchie sollte in seinem Hause ungetheilt undohne die geringste Trennung erhalten werden. — Nunzu den Kriegöverrichlungen.
Schon in diesem Jahre wurde der Krieg von bey-den Theilen mit allem Eifer betrieben. Frankreich stellteneben dem Kriegsherr, welches schon in Italien stund,annoch zwey andere wohlgerüstete auf; das eine gegendie vereinigten Niederlande, und das zweyte an denRhein gegen Deutschland. 'Bey demjenigen, das zumAngrif der Niederlande bestimmt war, befand sich desKönigS ältester Sohnssohn, der Herzog von Burgund;unter ihm dienete der Marschall von Bouflers. DieBundsgenossen führeten ebenfalls drey Kriegsheere indas Feld. Jeder Theil war gefaßt, nicht nur sich zuvertheidigen, sondern den Feind auch anzugreifen. Beydem Heere an dem Rhein übernahm so gar der römischeKönig Joseph für eine Zeit die Oberanführung. Dievereinigten Niederlande waren der Gefahr am stärkstenausgesetzt, weil sie nicht nur von der einen Seite von denspanischen Niederlanden, sondern auch von allen Festun-gen der Bischthümer Kölln und Lütlich umzingelt waren.
Der Kurfürst hatte aus Mißvergnügen gegen den kai-strichen Hof dem König gestattet, zahlreime Befatzun-gen in dieselben zu legen. Ixaiserswerth wurde zuerst,so gar noch vor der Kriegserklärung, von den preußischenVölkern belagert, und endlich erobert. Der Hauptan,schlag der Franzosen war auf LIimwegen gerichtet. Esfehlete wenig, so wäre es dem Herzog von Burgund,oder eigentlicher dem Marschall von BouflerS gelungen,sich dieser Grenzstadt zu bemächtigen. Alsdenn würdeder Vollst; der Provinzen Geldern und Oberyssel unver-meidlich gewesen seyn. Da dieses auf das Herz der Re-
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