bis auf die Friedensschlüsse zu Utrecht u. Raftatt. 477
tauglichem Feldherrn auö Italien abgerufen hatte, er-1hielt die Oberansührung. Er fand es aber dem Vortheilseines Königs angemessen, den übrigen Theil des Feld-zugö unthätig und ein müßiger Zuschauer der feindlichenEroberungen zu seyn.
In Deutschland wurden beyde ihrer Länder be-raubte Bundsgenossen Frankreichs, Joseph Alemens,Kurfürst zu Rolln und Bischof zu Lüktich, und Maxi-milian Emanuel Kurfürst von B yern, von demKaiser Joseph mit Einwilligung des kurfürstlichen Colle-giums, auch, wenigstens der Sache nach, mit Einwilli.gung des fürstlichen in den Reichöbann, Acht und Oberachtgesetzt, und ihrer Lander und Würden unter vieler Feyer-lichkeit verlustig erkannt. Das K urfürstenthum Bayernmaßte sich der Kaiser an, und bezog die Einkünfte des-selben, obgleich solches mehr durch die Waffen des Reichsund der Bundsgenossen, als durch die des Kaisers, nach derNiederlage des Kurfürsts und der Franzosen bey Hoch-start ist erobert worden. Kurpfalz erhielt bald nachherwiederum die obere Pfalz, und den Rang des HausesBayern in dem kürfürstlichen Kollegia.
In dem verflossenen 1705 km Jahre hatten dieBauern in Bayern gegen die harte österreichische Regie-rung einen Aufstand unternommen. Weil nirgends,Ingolstadt ausgenommen, Zahlreiche Besatzungen la-gen, so hätte das Unternehmen gelingen können, wennes dem französischen Heer an dem Oberrhein möglich ge.fallen wäre, die Bauern zu unterstützen. Schwer aberließ man das ganze Land den nun unterdrückten Aufstandempfinden. Die Kurfürstinn, welche von der Empö-rung Wissenschaft gehabt, rettete sich nach Venedig.München und alle kurfürstliche Kostbarkeiten fielen indesKaisers Gewalt. Die Söhne des unglücklichen Lan-desherr» wurden nach Inssruck, und von da nach Wien
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