zo» Geschichte des spanischen Thronsolgekriegcs
i lich mächtiger werdende Gegenparthey die Gunst der Kö-niginn Anna entzogen, dennoch überließ man ihm nochdies Jahr die Oberanführung des Heers in den Nieder-landen: dieses aber, so wie auch das französische, erschiengar nicht zahlreich. Jeder Theil richtete seine Hauptab-ficht auf Deutschland, allwo dem verstorbnen Kaiser einNachfolger sollte erwählt werden. Der M. von Villarshatte Befehl sich nur zu vertheidigen, weil Ludwig XI V.seine Truppen schonen und England nicht gegen den Frie-den abgeneigt machen wollte. Die wenigen Unternehmun-gen hielten einander in Absicht auf Vortheile und Ver-lust vollkommen das Gegengewicht. Der französische Feld-herr von Gaßion schlug zwischen Douai und Arleuxeinen beträchtlichen Theil des Heers der Bundsgenosten;und Marlborough eroberte die französischen Verschan-zungen bey St.Omer. Diese saheVillarS als die Gren-zen der Unternehmungen der Bundsgenosten an und dieFestung Bouchain mußte sich durch Vergleich an ihnergeben. Auf dieses beziehen sich alle Vorfalle in demviederländsichen Feldzuq.
Zn Deulsch'and sollte der noch einzige männlicheZweig des österreichschen Hauses, Larl König in Spa-nien, auf den Kaiserthron erhoben werden. Dem Scheine.nach wollte Frankreich diese ihm doch vortheilhafte W hlhindern, und daecgen den in der Reichsacht und unterseinem Schutz lebenden Kurfürst Maximilian Emanuelvon Bayern auf den Kaiserthron setzen. Das in dem El-saß zusammen gezogene zahlreiche Kriegsheer nöthigte denkaiserlichen Hof, ebenfalls ein dem feindlichen überlegnesHeer in die Nähe von Frankfurt zur Bedeckung der Kai-serwahl abzuschicken. Der Prinz Eugen als eigentlicherÄeichsoberfeldherr hatte die Anführung desselben. Da esaber den Franzosen kein wahrer Ernst war, in Deutsch-land einzudringen, und die Wahlgesandten zu beunruhi-gen, noch weniger aber das Reichsheer anzugreifen, sowurde dies wichtige Geschäfte ganz ruhig beendiget, und