Buch 
Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
Entstehung
Seite
504
JPEG-Download
 

Z24 Gescklichte des spanischen Thronfolgekrieges

' 7 " Joseph, daß er nicht gesinnet sey, einen Krieg fortzuse-tzen , der die Absicht haben sollte einen R. Kaiser aufden spanischen Thron zu erheben. Zu diesem Entschlußdes Königs in Portugal mag auch der wichtige Verlust,welchen die Franzosen ihm in Brasilien an dem Rio-Janeiro zugefügt hakten, vieles beygetragen haben.

*7 >2 Die geheimen Unterhandlungen zwischen Englandund Frankreich waren schon so weit fortgeschritten, daßman den besondern Frieden zwischen diesen zwo Haupt-mächten nicht nur als berichtiget ansähe, sondern auch !die allgemeine Friedensunterhandlung mit Einwilligung ^der Republik nach Utrecht verlegen konnte. Diese wich- !tige Versammlung wurde den i^ten Ienner eröfnet.

Die englischen Gesandten waren Johann RobinsonBischof zu Bristol, geheimer Siegelverwahrer,und der Graf von Strastord. Neben den GesandtenLudwigs Xl V. fanden sich nach und nach auch Gesandte ^von allen in dem Kriege verwickelten Mächten ein. Ob-gleich dieselben und vornehmlich der neue Kaiser über diebesondern Unterhandlungen der Engländer mißvergnügtsich zeigten, so wurde dennoch der Krieg in den Nieder-landen sehr lebhaft fortgesetzt. /

In diesem Feldzug waren nun die Franzosen, theils Idurch ihnen sehr zuträgliche Ereignisse in den Kabinet-kern, theils wegen gelungner Unternehmungen in demFelde, überaus glücklich; so glücklich, als wenn sie denganzen Kr^eg durch aller Orten Sieger gewesen wären.

An den Platz des Herzogs von Marlborough wurde vonder Königinn Anna der Herzog von Drmond zum !Oberbefehlshaber der engländischen, und der im Soldedieser Krone stehenden fremden dänischen und deutschenKriegsvölker bestimmt. Schon in dem April rücktedas verbundene Heer in das Feld, und die Hofnung zu ^wichtigen Unternehmungen war groß; allein der englische §General gab es bald zu merken, daß er keinen .Befehl I

habe,