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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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282
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Herzog / und Besiher von Gütern am Albis. Dle Frauenaktey stif-tete König Ludwig von Ostfranken, ein Enkel Karls des Großen, amlinken Ufer der Limmat . Diese Abtey gewann ein großes Ansehen,als Regulinde, Tochter des ersten bekannten Grafen von Nellenburg ,Wittwe des ersten und'zweyten, Schwiegermutter des dritten, Mutterdes vierten und Großmutter des fünften Herzogs von Schwaben , imI. 948 Aebtissin desselben wurde. Im Urklinden vom Jahr 929 heißtZürich schon Civitas Turegum, in der Landessprache Tureck und Tu-rief, und vor Ende dieses Jahrhunderts war sie eine der berühmtenReichsmünzstadte, welche daraus, daß sie an der Handelsstraße zwi-schen Deutschland, Burgund und Italien lag, große Vortheile zog.Wahrend dieser Zeit entstand die große und kleine Stadt, und beydeTheile umgab man', theils zur Abhaltung der hunnischen Streifhorden,theils des raubsüchtigen Adels, mit Mauern und Graben. So ent-stand mehr Sicherheit von Außen, und von Innen mehr Kunstffciß.Zur Unterhaltung des Rechts und Gerichte sehte sich ein Theil des Land-adels inner den Mauern. Bisdahin war die Regierung zwischen demGrafen, welcher gleichsam Kayserlicher Statthalter und Reichsvogt war,und der Aebtissin getheilt. Die Aebtissin hatte an dem öffentlichenMallus, Mal, oder Dingstatt den Vorsitz, wenn es ihre der Grafaber, wenn es andere Leute betraf. Mit dem Mallus hatte es dieBeschaffenheit, daß der Graf als Vorsteher desselben, die nächsten Edel-leute seines Kreises zu demselben berief. Er fragte sie um ihre Mei-nung; zuletzt gab er die seine, welche dann als Ausfpruch galt. Die-ser Mallus bestund in Zürich noch im I. 945. Im Anfang des zwölf-ten Jahrhunders findet man schon Nachrichten von einem Stadtrath.Selbiger muß also gegen das Ende des zehnten oder im eilften Jahr-hundert seinen Ursprung erhalten haben. Er bestand aus 36 Personenwelche in drey Classen getheilt waren, von welchen jede, mit Ausschlußder beyden andern, die Regierung vier Monate lang führte. Beywichtigen Vorfällen berief die in der Regierung stehende Classe auchnoch die beyden ander», ja bisweilen sogar aus der Bürgerschaft 100Männer zu sich. Das Haupt jeder Raths-Classe war der kaiserlicheReichsvogt, der gleichsam den Platz des ehemaligen Grafen bekleidete.Ein Theil dieser 36 Räthe bestand aus Rittern und Edlen, der andereTheil aber aus achtbaren Bürgern. Wer aber diese Räthe erwählthatte, das ist unentschieden. Nur soviel ist gewiß, daß dieser Stadttrath bloß auf die Polizey eingeschränkt war. Das Schuldengericht/den Zoll und das Münzrccht verwaltete die Abtcy; das Blutgerichtrmd die Reichsgefälle der Reichsvogt. Um so viel leichter war der Zu-